Vor dem Heimspiel gegen die Hertha spricht Bayern-Trainer Niko Kovac über die Rolle von Javi Martinez und die Chancen von Jerome Boateng. Am Samstag zählt für ihn vor allem das Ergebnis. Mats Hummels blieb derweil am Donnerstag krank zu Hause.


Nach Anfield heißt es für den ​FC Bayern wieder harter Bundesliga-Alltag. Am Samstag ist die Berliner ​Hertha in der Allianz Arena zu Gast. Für den Rekordmeister zählt es ab 15.30 Uhr, den Fokus wieder auf die BVB-Jagd zu richten, schließlich wartet auf den strauchelnden Tabellenführer am Tag darauf mit den formstarken Leverkusenern ein dicker Brocken.


Doch Liverpool war auch auf der Pressekonferenz vor der Partie am 23. Spieltag noch Thema. Was wird aus Javi Martinez, was aus Jerome Boateng, nachdem seine Konkurrenten in Anfield glänzen konnten? Und auch die umstrittenen Aussagen von Trainer Niko Kovac zu den gespielten Krämpfen von Martinez wurden noch einmal aufgegriffen.


Lange aufhalten wollte sich der FCB-Coach damit aber nicht - schließlich hat man sich gegen die Hertha in dieser Spielzeit bislang zweimal schwergetan. "Wir sind immer in der Lage ein Spektakel abzuliefern, aber mir reicht auch ein Sieg ohne Spektakel", stellte er deshalb auch das Ergebnis in den Vordergrund.


Hummels fehlt erkältet beim Training


In den Vordergrund hat sich gegen Liverpool auch mal wieder Mats Hummels gespielt - dank einer überragenden Vorstellung, die an den "alten" Weltklasse-Hummels erinnerten. Beim Training an der Säbener Straße suchte man den Weltmeister am Donnerstag allerdings vergeblich. 


"Alle Spieler sind gut drauf. Nur Mats Hummels fehlte heute. Er ist zu Hause geblieben, wegen einer Erkältung", erklärte Kovac. Für das Spiel am Samstagnachmittag dürfte der Innenverteidiger aber zur Verfügung stehen. Es sei normal, nach einem solchen Spiel, dass das Immunsystem etwas angeschlagen sei und man dadurch auch anfälliger ist, etwa für die Klimaanlage im Flugzeug, so Kovac.


Ist Hummels rechtzeitig wieder fit, bedeutet das für den wiedergenesenen Jerome Boateng wohl erneut nur ein Bankplatz. "Alle Spieler haben die gleiche Chance", beteuerte Kovac. Derzeit hat das Duo Süle/Hummels aber wohl deutlich die Nase vorne.


"Schauspiel-Diskussion zu hoch gehängt"


Seine Aussagen zu ​Martinez' angeblichen Krämpfen wurden vor allem in den sozialen Netzwerken heftig diskutiert. Kovac wollte sie nicht zu hoch hängen und glaubt, "das geht in die​ falsche Richtung". Schließlich sei die Aktion von Martinez noch harmlos gewesen. Beim Spiel Atletico gegen Juventus wären Schauspieleinlagen von der ersten Minute an losgegangen. Und auch in der Bundesliga würden viele Teams gegen die Bayern zu solchen Mitteln greifen.


Eben jenen Martinez lobte Kovac dann auch für seine tolle Leistung in Anfield. Er sei ein überragender Defensiv-Abräumer und habe die Mitte perfekt zu gemacht. "Ich war ja auch mal Sechser, und ich habe immer gesagt: Die Mitte muss zu sein, das ist das Wichtigste", sagte Kovac zu den Medienvertretern.


Allerdings gab er auch zu bedenken: "Wenn Martinez auf dem Platz steht, fehlt uns vielleicht dann ein wenig Kreativität. Und dann fragen sie mich wieder: 'Wo ist die Kreativität in unserem Spiel?'". 


Am Samstag zählen für Kovac erneut vor allem die drei Punkte - egal ob mit viel Kreativität oder mit mehr Abräumerqualitäten. Hinsichtlich seiner Aufstellung wollte er sich nämlich nicht in die Karten schauen lassen.