Auf den Tribünen des Volksparkstadions konnte man es während dieser Saison oft genug (insgesamt schon viermal) hören. Immer wenn über die Anzeigetafel die genaue Besucherzahl bekanntgegeben wurde: "Also, für ein Montagsspiel ist das gar nicht mal so schlecht" oder "Naja, ist halt Montagabend". Was da aus Volkes Mund angedeutet wurde, ist jetzt von der Bild-Zeitung in Zahlen ausgedrückt worden: der ​HSV verliert in den Montagsspielen Geld. Viel Geld. Das Boulevard-Blatt spricht von etwa einer Million Euro.


Die Bild geht davon aus, dass bezüglich dieser vier Montags-Heimspiele etwa 10.000 Zuschauer (bei einem durchschnittlichen Preis von 25 Euro pro Ticket) mehr gekommen wären, wenn die Begegnungen an einem Freitag, Samstag oder Sonntag angesetzt worden wären. Kann man machen, muss man aber nicht. (Zu den harten Fakten: das Volksparkstadion fasst insgesamt 57.000 Zuschauer. Gegen Arminia Bielefeld kamen 46.934, gegen den 1.FC Köln 53.876, gegen Union Berlin 45.584 und zuletzt gegen Dynamo Dresden 46.924 zahlende Gäste). 


Aber gut - diese recht großzügige Interpretation (denn danach wären alle vier Montagsspiele bei einem Termin am Wochenende ausverkauft gewesen!) ist halt typische, dramatisierende Zuspitzung der Bild. Doch an der Kernaussage ändert es nichts: dem HSV sind durch diese familienunfreundlichen Ansetzungen sicherlich Gelder durch die Lappen gegangen. Ob es diese - zu Verkaufszwecken sicherlich hilfreichen - plakativen "eine Million Euro" gewesen sind, sei mal dahingestellt.

Jedenfalls hat die Bild mal bei der DFL nachgefragt und, nach eigenen Aussagen, als Antwort nur "Blabla" erhalten. Tatsächlich scheint sich die DFL schwer damit zu tun, eine plausible, über reines Gewinnstreben hinausgehende Erklärung zu geben. Man verwies das Nachrichtenblatt auf die hauseigene Homepage, wo in typisch knorrigen Bürokratendeutsch von individuell festgelegten Anstoßzeiten die Rede ist, und von dem Versuch der DFL "möglichst vielen Erfordernissen und Bedürfnissen gerecht zu werden". 


Allein, man wird den Eindruck nicht los, dass es vor allem um die Bedürfnisse und Erfordernisse des Fernsehsenders Sky geht. Denn der macht an den Montagsspieltagen mit HSV-Beteiligung sehr gut Kasse. Die HSV-Heimspiele gegen K​öln, Union und Dynamo belegen unter den Top-TV-Quoten des Senders in dieser Saison die Plätze 1 bis 3. Ein Schelm, der Böses dabei denkt. Übrigens: weitere Heimspiele des HSV (gegen Greuther Fürth und SC Magdeburg) sind auch schon terminiert. Stattfinden tun sie jeweils - an einem Montag!