Der FC Bayern München und sein Achtelfinal-Gegner in der diesjährigen Champions League, der FC Liverpool, sind gleichermaßen Vereine mit Geschichte und Tradition. Seit Jahrzehnten in der Weltspitze des Fußballs unterwegs kreuzten sich die Wege der beiden Kontrahenten seit 1971 mehrfach. Die Aufeinandertreffen liefen dabei für die Münchner längst nicht immer wie erwünscht. 


Es ist der Traum jedes Profis, neben der Liga einmal auf höchstem internationalen Niveau zu spielen. Mit manchen Vereinen ist das einfacher zu erreichen als mit anderen. Zu diesen Teams, die seit Jahren und Jahrzehnten am europäischen Fußball teilnehmen und ihn prägen, zählen sowohl der ​FC Bayern München als auch der FC Liverpool. In der höchsten Liga ihrer Länder jeweils in der Spitzengruppe, Klopps Reds gar als Tabellenführer, ​treffen die beiden historisch erfolgreichen Klubs aufeinander - und das nicht zum ersten Mal. 


Ein Spiel des deutschen Rekordmeisters gegen den Verein aus Englands Arbeiterstadt Liverpool ist dennoch etwas Besonderes. Das heutige Aufeinandertreffen markiert nämlich erst das achte Pflichtspiel zwischen den beiden Top-Klubs - genauer noch: das zweite in diesem Jahrtausend. Zwar kam Jürgen Klopp mit seiner Mannschaft 2017 zu einem Freundschaftsspiel zu Besuch, vorher jedoch waren sich die Traditionsvereine 16 Jahre lang erfolgreich aus dem Weg gegangen. Für den FC Bayern vielleicht gar nicht so schlecht, denn in der Vergangenheit kam der Sieger des Duells - wenn es denn einen gab - selten aus der bayrischen Landeshauptstadt. 

DYNAMO KIEW - FC BAYERN MUENCHEN

Jancker und Salihamidzic waren 2001 die letzten Bayern, die gegen Liverpool trafen



Das letzte Mal, dass die beiden Teams einander in einem Wettbewerb gegenüberstanden war am 24. August 2001. Damals galt es, in Monaco den Sieger des UEFA Supercups zu eruieren. Champions-League-Sieger Bayern München wollte nach dem Riesen-Coup im Frühjahr auch die erste Trophäe der neuen Saison einsacken. Auf dem Feld für den FCB damals sowohl der heutige Sportdirektor Hasan Salihamidzic als auch Niko und Robert Kovac. Doch schon nach 46 Minuten hatten sich die Engländer durch Tore von Riise, Heskey und Owen mit 3:0 abgesetzt. Und obwohl "Brazzo" und der damals eingewechselte Carsten Jancker mit ihren Toren noch Schadensbegrenzung betrieben, hieß der Sieger der bislang letzten Pflichtspiel-Begegnung ​FC Liverpool. Ironisch: Auf Seiten der Engländer jubelte damals auch Didi Hamann - heute bekannt als Lewandowski- und Bayern-Chefkritiker.


Nicht erst im neuen Jahrtausend allerdings taten sich die Bayern gegen den Liverpooler Fußballklub schwer. Im Champions-League-Vorgänger, dem Europapokal der Landesmeister, standen sich die Kontrahenten 1981 im Halbfinale gegenüber. In Hin- und Rückspiel waren sich die Vereine dabei seinerzeit ebenbürtig - nach zweimal Remis zog dann aufgrund der besseren Auswärtsbilanz der Premiere-League-Klub ins Finale ein - und gewann. Schon 1970/71, zehn Jahre zuvor, war beim 13. Messestädtepokal - quasi der heutigen Europa League - Liverpool der Stolperstein der Münchner gewesen. Im Viertelfinale hatte ein Hattrick von Alun Evans im Hinspiel das Ausscheiden von Beckenbauer und Co. besiegelt.


Die allerdings sollten sich in der Folgesaison revanchieren: Beim 3:1 in der zweiten Runde des Europapokals der Pokalsieger 1971/72 war es sogar der heutige Bayern-Präsident Uli Hoeneß, der mit dem dritten Treffer der Münchner den bis heute einzigen Sieg gegen den FC Liverpool klar machte. 

Ulo Hoeness,Franz Beckenbauer

Waren zu aktiven Zeiten gegen Liverpool siegreich: Uli Hoeneß und Franz Beckenbauer



Ein Sieg, vier Unentschieden, drei Niederlagen - das ist die wenig begeisternde Bilanz des FC Bayern München gegen seinen heutigen Champions-League-Gegner. Und auch wenn Uli Hoeneß wie beim Erfolg vor 47 Jahren auch heute im Stadion sein wird, kann er wenig Einfluss auf das Top-Duell nehmen. Denn ein hochroter Kopf alleine flößt bei über 53.000 Zuschauern im Anfield Stadium sicher niemandem Angst ein - besonders Jürgen Klopp und seinen Spielern nicht. Niko Kovac muss folglich auf seine aktiven Profis setzen, um gegen den FC Liverpool endlich wieder zu siegen.