Dreimal waren die ​Bayern auf  europäischer Ebene zu Gast im legendären Stadion an der Anfield Road zu ​Liverpool. Tore konnten sie dabei keine erzielen.


Die erste Begegnung im Liverpooler Stadion (Viertelfinale UEFA-Cup 1970/71) endete mit 3:0 für "Pool". Nach dem 1:1 im Rückspiel von München waren die Bayern ausgeschieden. Ein Jahr später, im Achtelfinale des Pokalsieger-Wettbewerbs, konnte man sich revanchieren. Einem hartumkämpften 0:0 in der englischen Hafenstadt, folgte ein 3:1 im Münchener Olympiastadion. 


Wiederum fast eine Dekade danach, in der Saison 1980/81, trafen sich beide Klubs dann zum ersten Mal auf allerhöchstem Level, sprich im Europapokal der Landesmeister (dem Vorgänger-Wettbewerb der heutigen ​Champions League). Nach einem abermaligen 0:0 im Hinspiel von Anfield, tönten die Bayern bereits, dass sie das Finale von Paris (gegen Real Madrid) nun auch gewinnen würden. Doch im Rückspiel von München gab es ein ernüchterndes 1:1 (das 1:0 für Liverpool durch Kennedy fiel erst in der 83. Minute) und die Bayern waren abermals ausgeschieden. Den Cup holten sich dann die Engländer auch noch gegen die Königlichen aus Madrid. 

UEFA Champions League'Liverpool FC v Bayern Munich'

Die Statue von Liverpools legendärem Trainer Bill Shankly


Aller schlechten Dinge waren also bis dato drei für die Münchener, wenn es zum FC Liverpool ging. Heute Abend findet nun das vierte Aufeinandertreffen dieser beiden europäischen Schwergewichte in einem der magischsten Stadien der Welt statt.


Liverpool - BVB: Das beste Spiel der Anfield-Geschichte?


Außer den Bayern versuchten noch acht weitere bundesdeutsche Mannschaften (1860 München, 1.FC Köln, Eintracht Frankfurt, Borussia Mönchengladbach, Bayer Leverkusen, Borussia Dortmund, TSG Hoffenheim und sogar der FC Augsburg) etwas zählbares aus der Stadt am Mersey mitzunehmen. Allesamt vergebens. Auch die ostdeutschen Vertreter aus der DDR-Oberliga (Dynamo Dresden, BFC Dynamo Ost-Berlin) bissen sich in der meist rasenden Atmosphäre von Anfield ihre Zähne aus. Immerhin: den Ost-Berlinern wurde die "Ehre" zuteil, zumindest das erste deutsche Tor (ob West oder Ost) überhaupt in diesem legendären Stadion erzielt zu haben. Das war 1972 im Achtelfinale des UEFA-Cups (1:3). Und auch die Sachsen trafen. Beim 1:2 Im März 1976 (UEFA-Cup-Viertelfinale) und beim 1:5 gut eineinhalb Jahre später im Achtelfinale des Europapokals der Landesmeister. 

Dejan Lovren

Liverpools 4:3 in der Europa League gegen den BVB ging in die Geschichte ein


Ansonsten: keine Siege. Fast keine Tore. Und meistens Klatschen. Die Münchener Löwen können ein Lied davon singen. Im Vorläuferwettbewerb des UEFA Cups (heute Europa League), der damals "Messepokal" hieß, setzte es 1967 ein böses 0:8. Oder der HSV, der im Rahmen des (inoffiziellen) europäsischen Supercups 1977 eine 0:6-Packung zurück nach Hamburg nahm (das Hinspiel in Hamburg war 1:1 ausgegangen). Die Dortmunder Borussia war 2015 wohl am nächsten dran, in Liverpool zu gewinnen. Mit 3:1 führten die Schwarz-Gelben bis zur 64. Minute (Hinspiel in Dortmund: 1:1). Doch innerhalb nicht mal einer halben Stunde drehten die Reds das Spiel, belebten somit den Mythos Anfield neu. Für viele war dieses 4:3 das spektakulärste Spiel aller Zeiten in diesem Stadion. Und Anfield hat viele Spiele gesehen....


Die Magie des größten "Dreckloch" der Stadt


Irgendwas muss dieses Stadion haben. So wie vielleicht noch vier, fünf andere in Europa mit ähnlich legendärem Ruf. Das Estadio Santiago Bernabéu in Madrid ist sicherlich so eines. Der Ibrox-Park, früher jedenfalls, in Glasgow. Das Old Trafford zu Manchester. Vielleicht noch das Camp Nou (schon aufgrund seiner schieren Größe) und - die jüngeren Leser werden sich wundern - auch der Betzenberg in Kaiserslautern und das Weserstadion in Bremen waren (regelmäßige) Schauplätze von legendären Fußballschlachten. 


Arenen, in denen die Spieler, zumal die der Heimmannschaft, über ihrem eigentlichen Vermögen spielen, schier über sich hinauswachsen. Stadien, in denen die Symbiose zwischen Fans und Mannschaft größer ist als in anderen. Aber kaum ein Stadion hat einen derartigen Mythos entwickeln können wie das "größte Dreckloch der Stadt" , wie der damalige Liverpool-Trainer Bill Shankly einmal etwas rüde "sein" Stadion nannte. Heute Abend, ab 21.00 Uhr, versucht der FC Bayern abermals, etwas Zählbares aus diesem Dreckloch mitzunehmen.