Der ​FC Bayern München konnte am Freitagabend zwar einen 3:2-Auswärtssieg beim FC Augsburg feiern und robbte dadurch zumindest zwischenzeitlich näher an den BVB heran. Die zwei Gegentore offenbarten jedoch erneut die Schwächen in der Defensive. Auch Torhüter ​Manuel Neuer konnte dabei die Kohlen nicht aus dem Feuer holen und läuft in mehreren Kategorien seinen Konkurrenten aus der Bundesliga weit hinterher.


Dabei präsentierte sich der Nationaltorhüter in den letzten Partien nach einigen Wacklern zum Saisonbeginn wieder stark verbessert und leistete sich auch am Freitag keinen großen Patzer. Das große Problem des 32-Jährigen sind vielmehr seine Vorderleute, die sich auch gegen die Fuggerstädter einfach viel zu viele unnötige Fehler leisteten. Das Team von Trainer Manuel Baum wurde so regelrecht eingeladen und bewies vor Neuer einen kühlen Kopf.

Manuel Neuer,Mats Hummels,Leon Goretzka

Manuel Neuer kann sich auf seine Vorderleute nicht mehr verlassen


Obwohl die Hauptschuld für die vielen Gegentore so zweifelsohne bei der wackligen Hintermannschaft liegt, wirft die aktuelle Quote von abgewehrten Schüssen bei dem gebürtigen Gelsenkirchener langsam aber sicher Fragen auf. So konnte Neuer in der bisherigen Spielzeit lediglich 58,49 Prozent der gegnerischen Schüsse auf sein Gehäuse abwehren. Damit belegt der mehrfache Welttorhüter im Liga-Ranking einen desaströsen 21. Platz und wird aktuell lediglich von Nürnbergs Fabian Bredlow (50,88 Prozent) unterboten. 


Zum Vergleich: Schalkes neue Nummer Eins Alexander Nübel wehrte bislang 78,59 Prozent ab und auch Gladbach Stammtorhüter Yann Sommer (77,89 Prozent), sowie BVB-Keeper Roman Bürki (74,70 Prozent) sind in ganz anderen Sphären unterwegs. Rein auf mangelndes Glück lässt sich die Bilanz des Bayern-Schlussmanns nach 20 Ligeinsätzen in dieser Saison mit Sicherheit nicht schieben. So dürfte auch eine Rolle spielen, dass der Deutsche nach der schwachen Weltmeisterschaft und dem Stolperstart in die Saison an Aura verloren hat und die gegnerischen Angreifer vor ihm nicht wie gewohnt ins Zittern geraten, sondern dem wankenden Riesen erst recht eins Auswischen wollen.

Manuel Neuer

Manuel Neuer spielte in dieser Saison nur sechs Mal zu Null


Dass bei dem Bayern-Keeper noch ordentlich Luft nach oben ist, wird auch durch seine anderen Statistiken unterstrichen. So konnte er etwa auch nur 23,5 Prozent aller gegnerischen Großchancen vereiteln - Platz 18 im Gesamtranking. Am morgigen Dienstag, beim mit Spannung erwarteten ​​Duell mit dem FC Liverpool, erhält der 1,93-Meter-Hüne jedoch bereits die nächste Möglichkeit, es seinen Kritikern zu beweisen und in der Champions League aufzuzeigen, dass er doch noch immer ein ganz Großer ist.