​Am Samstagabend schrieb ​Claudio Pizarro Geschichte und sorgte mit seinem späten Ausgleichstreffer in der Partie gegen ​Hertha BSC nicht nur bei den Fans seines​ SV Werder Bremen für Jubelstürme. Hertha-Coach Pal Dardai schwamm nach der Partie jedoch gegen den Strom und wollte dem Peruaner seinen neuen Rekord prompt wieder aberkennen.


Mit seinen 40 Jahren ist Pizarro längst zu einem Edeljoker der Hanseaten geworden und wird fast nie von Beginn an eingesetzt. Auch beim Gastspiel gegen den Hauptstadtklub musste es sich die Werder-Legende zunächst auf der Ersatzbank bequem machen, ehe der Routinier in der 61. Spielminute für Johannes Eggestein eingewechselt wurde. Der Wechsel des Altmeisters zahlte sich spät aus. In der letzten Minute der Nachspielzeit verwandelte der Mittelstürmer einen direkten Freistoß und wurde so zum ältesten Torschützen in der Geschichte der Bundesliga.

Pal Dardai

Hertha-Coach Pal Dardai hatte eine andere Sicht auf die Dinge


Nach der Partie und dem wichtigen Auswärtspunkt, war der ehemalige Bayern-Profi natürlich überglücklich und betonte laut der BILD, wie wichtig der neue Rekord für ihn sei. "Ich bin sehr stolz auf mich. Der Rekord bedeutet mir viel. Ich glaube, es wird schwierig, ihn zu knacken", so der ehemalige peruanische Nationalspieler, der den ehemaligen Bremer Mirko Votava als Rekordhalter ablöste. Die Berliner hingegen, waren wenig überraschend nicht wirklich in Feierlaune und vor allem Pal Dardai erwies sich als Partycrasher.


So erklärte der 42-Jährige zwar, dass er einen Riesenrespekt vor den Leistungen des Südamerikaners habe, die Rechtmäßigkeit von Pizarros neuer Rekordmarke zweifelte der Fußballlehrer dennoch an. "Das war nicht sein Tor! Das war ein richtig schlecht geschossener Freistoß, der aber reinrutscht, weil er zweimal von uns abgefälscht wurde. Wenn er den Ball reinjagt und das Netz zerfetzt, dann sage ich: Glückwunsch zum Rekord. Aber so...", wird der Ungar zitiert.

Am heutigen Montag legt die DFL endgültig fest, wer offiziell als Schütze des 1:1 eingetragen wird. Werder-Manager Frank Baumann glaubt dabei fest daran, dass sein Schützling den Rekord behält und wundert sich über die Dardai-Aussagen. "Was ich nicht nachvollziehen kann, ist, dass er einem Spieler wie Claudio das Tor nicht zusprechen, sondern in der Statistik lieber ein Eigentor eines eigenen Spielers sehen möchte", so der 43-Jährige.