​Der ​FC Bayern München konnte durch einen Sieg am Freitagabend den Abstand auf Spitzenreiter Borussia Dortmund zumindest zwischenzeitlich verkürzen. Dennoch offenbarte der Kader des deutschen Rekordmeisters in der aktuellen Spielzeit schon so manche Schwäche. Insbesondere die Altersstruktur wurde immer wieder kritisiert. Trainer Niko Kovac äußerte sich daher nun über mögliche Neuzugänge.


Der Kader der Münchner ist aktuell gespickt mit verdienten Spielern, die mit den Bayern schon unzählige Titel holen konnten. Doch auch an Stars wie ​Arjen Robben und Franck Ribery nagt der Zahn der Zeit und daher benötigen die Bayern dringend eine Frischzellenkur. 


Auch der Cheftrainer weiß daher, dass im Sommer eine Umgestaltung des Kaders notwendig wird. "Wir versuchen den Umbruch so zu gestalten, dass die Mannschaft in den kommenden fünf, sechs Jahren konkurrenzfähig bleib", so der Kroate gegenüber dem kicker.

Niko Kovac

Niko Kovac kennt die Tücken einer Kaderplanung



Dabei müsse man sich vor allem an möglichen Abgängen orientieren und "frei werdende Positionen wieder auffüllen". Man sollte jedoch das richtige Maß finden, schließlich sorgen zu viele Spieler im Kader für Unruhe. "Wir können für 50, 60 Millionen Euro Topleute kaufen, aber es ist dann nicht so einfach, einen davon auf die Bank zu setzen", so der Fußballlehrer. 


Obwohl der amtierende Meister am 17. Spieltag mit einem Durchschnittsalter von 29,4 Jahren die älteste Startelf aller Bundesligisten stellte, sollte man nach Ansicht von Kovac im Sommer nicht einem Jugendwahn verfallen. "Man braucht vier, fünf Spieler mit Erfahrung, dazu zwei, drei junge. Der Großteil aber muss aus einem Mittelbau bestehen, zwischen 22 und 28 Jahren", pocht der Ex-Frankfurter auf die richtige Balance.

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Niko Kovac hofft neben Robert Lewandowski auf einen weiteren Stürmer



Kein Zweifel ließ der 47-Jährige daran, dass man in der nächsten Transferperiode einen neuen Stürmer verpflichten müsse. Nach dem Abgang von Sandro Wagner in Richtung China, haben die Münchner keinen echten Back-up für Torjäger Robert Lewandowski. Dabei könne man sich glücklich schätzen, dass der Pole gut trifft und "eigentlich nie verletzt" ist. Im Sommer müsse man daher zusehen, einen Angreifer zu finden, der "um seine Rolle hinter Lewandowski weiß".


Als mögliche Kandidaten für die Offensive wurden zuletzt Bayer-Shootingstar Kai Havertz und Leipzigs ​Timo Werner gehandelt. Auch Kovac zeigte sich von den Qualitäten beider Spieler überzeugt, betonte aber auch, dass "nicht alle guten Spieler dieser Welt in München spielen" könnten, "weil das dann ein Hauen und Stechen gibt". 


Jerome Boateng hingegen, wurde zuletzt mit einem möglichen Abgang in Verbindung gebracht. Auch hier wollte sich der Coach aber nicht aus der Reserve locken lassen und antwortete diplomatisch: "Die Jungs haben Verträge. Was über die Saison hinaus passiert, weiß ich nicht. Wir schauen auf das Jetzt. Es geht momentan nicht um Einzelpersonen, sondern dass wir als Einheit auftreten."