​Der Abschied von ​Arjen Robben vom ​FC Bayern München nach dieser Spielzeit ist längst beschlossene Sache. Auch bei seinem langjährigen Weggefährten ​F​ranck Ribery deutete zuletzt eigentlich vieles für ein baldiges Ende der erfolgreichen Zusammenarbeit hin. Bayern-Boss Karl-Heinz Rummenigge heizte nun jedoch die Diskussionen um einen Verbleib wieder an. Dabei sollten sich die Münchner eine weitere Vertragsverlängerung gut überlegen.


Im Vorfeld des knappen Sieges des deutschen Rekordmeisters gegen den FC Augsburg hatte Rummenigge laut Sport1 zu Protokoll gegeben, dass er einen "Riesenrespekt" vor den Leistungen des Franzosen habe und man sich daher mit ihm und seinen Beratern an einen Tisch setzen werde, um gemeinsam eine Entscheidung zu fällen. Ein Verbleib der Bayern-Legende über die aktuelle Saison heraus ist daher wieder absolut im Bereich des Möglichen. Grund genug, um einmal abzuwägen, inwiefern ein solcher Deal für die Münchner überhaupt sinnvoll wäre.

Franck Ribery

Franck Ribery findet sich nur äußerst ungern auf der Ersatzbank wieder



Dabei gilt es natürlich vor allem die sportliche Bedeutung des 35-Jährigen unter die Lupe zu nehmen. In der aktuellen Spielzeit kam der Edeltechniker bislang auf satte 25 Pflichtspieleinsätze. Seine sechs Torbeteiligungen dabei sind aber keineswegs ein überragender Wert. Angesichts seines stolzen Alters ist jedoch auch kaum zu erwarten, dass Ribery Woche für Woche Topleistungen abrufen kann. In echten Spitzenspielen konnte der Linksaußen in der Vergangenheit aber immer wieder seinen Wert unterstreichen. Um dort jedoch abliefern zu können, benötigt auch der Altmeister ausreichend Spielpraxis. Ob da die älter werdenden Knochen auch in den kommenden Jahren mitmachen, darf durchaus bezweifelt werden.


In der Vergangenheit waren die Münchner zweifelsohne zu sehr von dem lange Zeit kongenialen Duo Robben und Ribery abhängig. Eine längst überfällige Kaderverjüngung wurde so immer wieder verschoben. Mit Kingsley Coman wurde jedoch bereits ein designierter Nachfolger für Ribery gefunden. Problem nur, dass sein junger Landsmann immer wieder verletzungsbedingt ausfällt und so der Routinier wieder gefragt ist. Wenn der Youngster jedoch fit ist, führt aktuell eigentlich kein Weg an ihm vorbei und so bleibt für Ribery nur ein Platz auf der Ersatzbank.

Franck Ribery

An einem guten Tag ist Franck Ribery noch immer eine Wucht



Was uns zu einem weiteren Problem führt. Im Gegensatz zu so manchem erfahrenen Spieler - siehe Claudio Pizarro beim SV Werder Bremen - entspricht es keineswegs dem Naturell des aufbrausenden Franzosen, sich mit einem Jokerdasein abzufinden. Ähnlich wie sein Kumpel Arjen Robben, schmollt der achtfache deutsche Meister vielmehr in Windeseile und sorgt so über kurz oder lang für Unruhe innerhalb des Vereins.


Eine weitere Vertragsverlängerung für Ribery, die ohnehin nicht länger als ein Jahr betragen dürfte, würde daher nur unter gewissen Umstanden für die Münchner wirklich Sinn machen. Dann nämlich, wenn man sich auf den Außenbahnen in der Breite ohne Ribery nicht ausreichend aufgestellt betrachten würde. Da im kommenden Sommer aber mit einer Transferoffensive zu rechnen ist, sollte dies eigentlich nicht der Fall sein. Und selbst dann müsste man dem ehemaligen französischen Nationalspieler ein für alle Mal klar machen, dass er nicht mehr die allererste Geige spielen würde. Dies dürfte dem Tempodribbler aber nicht schmecken.