Bei all den Negativ-Schlagzeilen, für die der FC Schalke 04 in dieser Saison gesorgt hat, bei all dem, was der Vizemeister der vergangenen Saison bereits verspielt hat, gibt es nur noch eine Möglichkeit, die laufende Spielzeit zu retten: ein erfolgreiches Abschneiden im DFB-Pokal. 


Es ist wirklich übel. Als zweitplatzierter der vergangenen Saison hatte sich der ​FC Schalke doch so große Hoffnungen gemacht. Mit jungem Erfolgscoach und defensiver Disziplin für drei Wettbewerbe gemeldet, fühlten sich die Gelsenkirchener trotz prominenter Abgänge wie Goretzka und Meyer bereit, die Leistung der Vorsaison zu bestätigen. Was folgte war der schlechteste Bundesliga-Hinrundenstart, den der Verein in vielen Jahren zu verzeichnen hatte. 


Von den fünf Niederlagen, die sie in den ersten fünf Ligaspielen hinnehmen mussten, haben sich die Königsblauen bis heute nicht erholt. Konstante Leistungen sucht man in der Veltins-Arena vergeblich, zudem sind Verletzungssorgen Trainer Domenico Tedescos steter Begleiter. Gerade in der Offensive gehen dem Coach die Optionen aus. So kommt es, dass mit Rabbi Matondo ein sicher talentierter ​18-Jähriger zukünftig womöglich mehr gefordert wird als ursprünglich geplant. Ein Teenager als Heilsbringer - das ist schon mal gut gegangen, nur sollte man sich nicht zu sehr darauf verlassen. 

Rabbi Matondo

Winter-Neuzugang Rabbi Matondo kam gegen Gladbach zu seinem Bundesliga-Debüt



Zu allem Überfluss schafft es Tedesco in dieser Spielzeit mehr und mehr, sich den Kredit, den er sich im Vorjahr so eindrucksvoll erarbeitet hatte, zu verspielen. Beim Thema Personalmanagement stößt der 33-jährige Deutsch-Italiener an Grenzen - und seien es nur die, bis zu denen Fans und Spieler, die sich häufenden Degradierungen gestandener Knappen hinzunehmen bereit sind. Nachdem in der Vergangenheit schon Benedikt Höwedes Opfer dieser schroffen Leistungskultur geworden war, reihten sich zuletzt auch Publikumsliebling Naldo und Kapitän Ralf Fährmann in die Liste derer ein, die vom Trainer fallen gelassen werden. 


Bei all dem Trubel abseits des Platzes müssen Coach und Verein gleichermaßen versuchen, mit der sportlichen Leistung die Gemüter zu besänftigen. Auch das ist allerdings leichter gesagt als getan. Nach durchwachsenem Rückrundenstart und mit immerhin neun Punkten auf die europäischen Platzierungen, ist ein erfolgreiches Abschneiden im Ligabetrieb unwahrscheinlich. In der Champions League, deren Vorrunde die Schalker immerhin deutlich als Gruppen-Zweiter überstanden, scheint ein Wunder notwendig, wenn man den amtierenden englischen Meister Manchester City um das Gelsenkirchener Eigengewächs Leroy Sané im Achtelfinale bezwingen möchte. 

Weston McKennie

McKennie brachte Schalke in der Liga gegen DFB-Pokalgegner Düsseldorf den Sieg



Aussichtsreich bleibt nur noch der DFB-Pokal, in dessen Achtelfinale der FC Schalke immerhin "nur" Aufsteiger ​Fortuna Düsseldorf zu besiegen hat. Ein Kunststück, das den Königsblauen in der laufenden Bundesliga-Spielzeit bereits gelungen ist, obgleich die Fortunen in der Tabelle punktgleich nur zwei Ränge vom Vizemeister von 2018 entfernt sind. Tedesco und seine Mannschaft werden das Spiel am Mittwochabend notgedrungen ernst nehmen müssen. Nicht nur das, sie müssen es gewinnen, um sich die Chance auf das Finale in Berlin zu wahren. Nur so könnten die bislang zu oft enttäuschenden Knappen verhindern, dass die Saison 2018/19 zu einer der größten Enttäuschungen der jüngeren Vereinsgeschichte wird.