Sandro Wagner verlässt den ​FC Bayern München in Richtung China und ​wechselt für fünf Millionen Euro zu Tianjin Teda. Sein neuer Trainer Uli Stielike erklärt, warum man den Angreifer unbedingt ins Reich der Mitte holen wollte, während Wagner selbst große Vorfreude auf das neue Abenteuer verspürt.


Das ging fix. Noch vor wenigen Tagen deutete nichts auf einen Transfer von Sandro Wagner hin, nun ist der Wechsel vom deutschen Rekordmeister zu Tianjin Teda bereits in trockenen Tüchern. Fünf Millionen Euro bezahlt der chinesische Verein an die Bayern, Wagner selbst verdient in den kommenden zwei Jahren 15 Millionen Euro netto.


Die sollen aber gut angelegt sein, meint Wagners neuer Trainer. „Wir spielen seit fünf Jahren gegen den Abstieg. Ich hoffe, dass er uns mit seinen Toren und seiner Art helfen wird, dass wir in ruhigeres Fahrwasser kommen“, so Stielike. „Das ist der renommierteste Transfer von Teda. Ich glaube, dass sie noch nie so viel Geld in die Hand genommen haben.“


Qualität aber hat nun mal ihren Preis. Und letztlich war Wagner sogar der Wunschstürmer des Vereins. „Wir hatten im Angriff wenig Durchschlagskraft. Daher hat der Verein beschlossen, einen groß gewachsenen Mittelstürmer zu suchen. Ich habe dann zwei, drei Namen genannt, bei denen Sandro absolute Priorität hatte. Ehrlich gesagt habe ich aber nicht geglaubt, dass wir ihn wirklich bekommen können“, so Stielike weiter.


Kräftig geholfen beim Transfer hat auch Felix Bastians. Der ehemalige Bochumer spielt seit Beginn letzten Jahres bereits in Tianjin, gemeinsam spielte er mit Wagner 2013 bei der Hertha. „Er hat ihm vom Verein und der Stadt erzählt. Ich denke, dass er ein wichtiger Baustein war, um Sandro zu überzeugen“, führt Stielike aus.


"Gefühlt kommt jetzt halb München nach China"


Wagner selbst klärte anschließend mit seiner Familie und seinen Beratern alles ab, nach deren Zustimmung konnte das große Abenteuer beginnen. „Nach Abwägung und Abstimmung vieler Dinge haben wir uns dazu entschlossen, gemeinsam nach China zu gehen. Meine ganze Familie und viele Freunde kommen mit. Gefühlt kommt jetzt halb München nach China“, erzählt der Angreifer lachend in der Bild-Zeitung.

Ein bisschen Wehmut kommt dann aber doch auf, wenn es darum geht, den Branchenprimus zu verlassen. „Mein Plan war natürlich, länger in München zu bleiben und meine Karriere hier zu beenden. Ich liebe diesen Verein. Aber die Dinge haben sich leider anders entwickelt, das musste ich akzeptieren. Ich werde jedoch niemals ein böses Wort über diesen Verein verlieren, sondern wünsche dem FC Bayern und seinen Fans nur das Beste.“


Aber nun soll in Teda ein neues Kapitel geben. Daher ist die Vorfreude bei Wagner auch dahingehend groß. „Die chinesischen Verantwortlichen machen einen super Eindruck, alles ist sehr professionell abgelaufen. Uli Stielike ist eine große Persönlichkeit, und ich freue mich auf die Arbeit mit ihm. Auch unabhängig vom Fußball wird das ein Riesen-Abenteuer für mich und meine Familie. Ich werde die nächsten Tage alles organisieren und mich dann auf den Weg machen“, so der 31-Jährige.


Dort trifft er dann auf eine dreigeteilte Liga, wie Stielike erklärt. „Drei Mannschaften spielen um den Titel, fünf im Mittelfeld und acht gegen den Abstieg. Vom Niveau her würde ich die Liga mit der Zweiten Liga in Deutschland vergleichen.“ Dabei wird sich Wagner auf einiges gefasst machen müssen, wie z.B. Manndeckung von gleich zwei Gegenspielern. „Körpergröße spielt in der Liga eine große Rolle. Und er muss sich daran gewöhnen, dass er es bei Ecken und Freistößen wie beim Ringen zugeht und die Schiedsrichter viel laufen lassen.“ Ein Umstand, der Wagner vielleicht sogar in die Karten spielt.