Jetzt es ist Gewissheit: ​Sandro Wagner wechselt nach einem Jahr an der Säbener Straße nach China zu Tianjin Teda. Die Ablösesumme beträgt laut Bild-Informationen fünf Millionen Euro. Obwohl Wagner in dieser Saison kaum eine Rolle in der Systemplanung des ​FC Bayern gespielt hat und in der Rückrunde nicht einmal in den Kader berufen wurde, könnte der Transfer des 31-Jährigen für den Rekordmeister noch fatale Folgen mit sich ziehen. 


Trotz der klaren Rolle als Backup von Robert Lewandowski hatte sich Sandro Wagner vermutlich mehr erhofft von seinem Engagement bei den Münchnern. Während er in der vergangenen Rückrunde unter Jupp Heynckes in der Bundesliga noch zu 14 Einsätzen (davon vier über 90 Minuten), in denen er acht Tore erzielte, kam, waren es unter Niko Kovac nur noch sieben Einsätze mit null Toren und nur eines bestritt er über 20 Minuten. Eine Quote, die unter den Ansprüchen des selbstbewussten Stürmers liegt. 


Daher macht ein Wechsel aus persönlicher Sicht des Ex-Nationalspielers absolut Sinn. Sein zweijähriger Vertrag verspricht ihm 15 Millionen Euro und die Spielzeit wird auch mehr seinen Vorstellungen entsprechen. 


Das Ergebnis: Bayern kann einen Bankdrücker von der Gehaltsliste streichen und Wagner darf bei guter Bezahlung noch einmal zum Karriereende hin glänzen. Eigentlich für beide Seiten ein Gewinn. 


Wer entlastet Lewandowski?


Dass Wagner in der Rückrunde 2018 mehr Spielzeit bekam, als in der Hinrunde der aktuellen Saison, ließe sich durch zwei Sachen erklären. Zum einen stimmten die Leistungen der Münchner zu Beginn der Saison nicht, weshalb der bessere Stürmer, in dem Fall Lewandowski, immer spielen musste, da Effizienz gefragt war. Zum anderen war der Gedanke der Verpflichtung Wagners von der ​TSG Hoffenheim, dass er vor allem in der heißen Phase der Saison, die mit dem Champions-League-Achtelfinale beginnt, den Polen in den vermeintlich leichteren Bundesligaspielen entlasten solle. 

AEK Athens v FC Bayern Muenchen - UEFA Champions League Group E

Robert Lewandowski (l.) könnte Sandro Wagner (r.) als Backup vermissen



Diesen Gedanken haben die Bayern-Bosse anscheinend wieder verworfen. Die große Frage, die sich nun mit dem Wechsel ihres Backup-Stürmers für die Münchner stellt: Wer ersetzt Robert Lewandowski, sollte der 30-Jährige ausfallen? Denn in den letzten Jahren wurde immer wieder  der verletzungsgeplagte Kader verantwortlich gemacht für das Scheitern in der Champions League. Gerade 2017 wurden die Qualitäten des Angreifers schmerzlich vermisst, als er trotz einer Schulterprellung mangels Alternativen gegen ​Real Madrid spielen musste, obwohl er nicht bei 100 % war. Natürlich wäre ein Sandro Wagner kein gleichwertiger Ersatz gewesen, jedoch wäre er positionsgetreu eingesprungen, was den Trainer nicht zu einer Systemänderung zwingt. 


Hudson-Odois geplatzte Verpflichtung eine verpasste Chance


​Auch der vorerst geplatzte Wechsel des Youngsters Callum Hudson-Odoi vom ​FC Chelsea macht die Situation für den Tabellenzweiten der Bundesliga prekär. Denn Serge Gnabry, sowie Thomas Müller können die Rolle des Stürmers als falsche Neun zwar einnehmen, jedoch braucht es dafür auf ihren eigentlichen Positionen Alternativen. Mit den ohnehin verletzungsanfälligen Robben und Ribery kann man, bei der hohen Frequenz an Spielen im Frühjahr, nicht mehr ständig über 90 Minuten planen.

Callum Hudson-Odoi

Wird auch künftig in London auf Torejagd gehen: Callum Hudson-Odoi



Hinzu kommt Kingley Coman, der zwar immer mehr zum Leistungsträger avanciert, aber auch nur, wenn er nicht wie so oft an einer Blessur laboriert. Der aus Kanada gekommene Alfonso Davies braucht vermutlich eine gewisse Eingewöhnungszeit, um auf hohem Niveau den Unterschied zu machen. So könnte es auch dieses Jahr den Münchnern wieder zum Verhängnis werden, den Kader an den falschen Stellen ausgedünnt zu haben.