​Die Premier League hält sich in diesem Winter ​auf dem Transfermarkt auffällig zurück, aktuell sind die Ausgaben im Vergleich zum Vorjahr mehr als 350 Millionen Euro niedriger. Der renommierte Universitätsprofessor Simon Chadwick bringt im Daily Express den Brexit als möglichen Grund ins Spiel.


​Christian Pulisic' Wechsel für 64 Millionen Euro von ​Borussia Dortmund zum ​FC Chelsea ist der mit Abstand größte Transfer, den ein Klub aus der Premier League getätigt hat. Andere Deals, wie Gonzalo Higuain ebenfalls zu den Blues, fanden überwiegend auf Leihbasis statt. Klubs wie ​Liverpool, Tottenham oder ​Manchester United verpflichteten überhaupt keinen neuen Spieler. Das alles ist für englische Verhältnisse sehr ungewöhnlich.


Simon Chadwick, Professor der University of Salford Business School, ist der Meinung, die Klubs der Premier League würden aufgrund des bevorstehenden Austritts Großbritanniens aus der Europäischen Union darauf verzichten, viel Geld für neue Spieler auszugeben. "Die Unsicherheit über den Ausgang des Brexits" sei der Grund, dass das Transferfenster "im Gegensatz zu den Vorjahren weitgehend ruhig war."


Die kürzliche Veröffentlichung der "Football Money League" von Deloitte (bei der die umsatzstärksten Vereine aufgelistet werden) zeige, dass die Klubs nach wie vor über viel Geld verfügen würden, dennoch scheinen sie bei ihren Aktivitäten auf dem Transfermarkt zurückhaltend zu sein. "Es bleibt unklar, welche Visumsvereinbarungen im Falle eines Brexits eingeführt werden könnten. Wir wissen immer noch nicht, ob es für ausländische Spieler Begrenzungen geben wird", erklärte Chadwick.



Bei einem harten Brexit (ohne Vereinbarungen mit den anderen Staaten der EU) würden die allgemeinen wirtschaftlichen Aussichten besorgniserregend erscheinen und generell könnten die aktuell rosigen Zeiten der Premier League bald vorbei sein. Eine Warnung könne sein, dass für den CEO Richard Scudamore, der im vergangenen Dezember nach 19 Jahren ausschied, kein Nachfolger gefunden werden konnte. Grund hierfür sei die ebenfalls unsichere Lage im Bereich der TV-Gelder, die sich wohl demnächst ändern wird. Momentan kassieren die Klubs hier mächtig ab.


"Anders als in der Vergangenheit, als Klubs Transfers häufig auf zukünftige Einnahmen durch TV-Gelder stützten, ist derzeit unklar, was demnächst passieren wird", sagte Chadwick. "Als Marke bleibt die Premier League stark. Das Umfeld, in dem sie sich bewegt, wird jedoch zunehmend turbulent und unsicher. Das aktuelle Transferfenster spiegelt dies wieder."