Am Sonntagmittag reagierte Hannover 96 auf die anhaltende sportliche Talfahrt und entband Cheftrainer André Breitenreiter von seinen Aufgaben. Mit ​Thomas Doll wurde bereits der Nachfolger des 45-Jährigen präsentiert, doch Klub-Boss Martin Kind muss nach der Neubesetzung des Trainerpostens nun darüber entscheiden, wie der Verein mit Breitenreiter verfährt.


Im März 2017, zwei Wochen nach der Installation von Horst Heldt als neuer Sportdirektor der Niedersachsen, wurde Breitenreiter unter der Ägide des 49-Jährigen als Nachfolger von Daniel Stendel präsentiert. Das Duo, das bereits beim FC Schalke 04 ein Jahr lang gemeinsam arbeitete, führte Hannover wenige Monate später zurück in die Bundesliga und schaffte es im ersten Jahr, den Verein vor dem erneuten Abstieg zu bewahren.


Vor allem aufgrund der sehr guten Hinrunde erhielt Breitenreiter, dessen Arbeitspapier eigentlich im Sommer ausgelaufen wäre, eine Vertragsverlängerung bis 2021. Diese könnte Hannover nun zum Verhängnis werden: Martin Kind wird sich nun die Frage stellen müssen, ob der 45-Jährige lediglich freigestellt oder entlassen wird.

Andre Breitenreiter

Nach nur zwei Siegen aus 19 Spielen musste André Breitenreiter den Trainerstuhl räumen


Bei einer einfachen Freistellung erhielte Breitenreiter weiterhin sein reguläres Gehalt vom Verein, der darauf hoffen müsste, dass mögliche Interessenten auf ihn zukommen. Dann würde sein Vertrag bei den Niedersachsen aufgelöst werden, möglicherweise sogar im Gegenzug einer geringfügigen Ablösesumme. 


Bei einer Entlassung wäre jedoch eine Abfindung fällig. Wie der ​Sportbuzzer berichtet, soll diese bei etwa zwei Millionen Euro liegen. Solch eine hohe Entschädigung habe noch kein entlassener Ex-Trainer von '96' erhalten, weshalb Klubchef Kind, der aufgrund der finanziell angespannten Situation des Vereins bereits die Verpflichtungen von Nicolai Müller und Kevin Akpoguma mit privaten Mitteln ermöglichte, nun vor einem Dilemma steht.


Allerdings tendiere der 74-Jährige zur Abfindung für Breitenreiter, der somit in keinem Vertragsverhältnis mit Hannover 96 mehr stehen würde. Schlussendlich wäre dies wohl auch besser, anstatt künftig mit Thomas Doll noch einen zweiten Trainer zu bezahlen, der sich nun darum kümmern muss, die Mannschaft aus den Abstiegsrängen zu führen.