Seine Karriere begann eigentlich mit ihrem Höhepunkt. Wie soll eine Laufbahn weitergehen, die mit dem entscheidenden Tor in der Verlängerung des WM-Finales (dazu noch im Maracana von Rio de Janeiro) beginnt? Auf diese Frage hatten sowohl Mario Götze (26) als auch die meisten seiner Trainer in den vergangenen Jahren keine richtige Antwort. Und die Fans schon gar nicht. Falsche Neun? Abgekippte 10? Zurückgezogene Spitze? Vorgezogener Regisseur? Keiner wusste mehr, für was Super-Mario eigentlich noch stand. Jetzt scheint er unter Lucien Favre (61) seine Rolle und seinen Platz innerhalb des Teams gefunden zu haben.


Zwei Tore, drei Assists - das ist die sicherlich noch ausbaufähige Statistik von Mario Götze nach ​19 Spieltagen in der Saison 2018/19. Die auch unter Lucien Favre mit Schwierigkeiten begann. An den ersten sechs Spieltagen kam der Weltmeister von 2014 nicht eine Minute zum Einsatz, fand sich gegen Hoffenheim und den Club aus Nürnberg gar außerhalb des Kaders wieder. Es schien so weiterzugehen bis bisher.


Nur Favre selbst wurde nie müde zu betonen, dass Mario für ihn ein wichtiger Spieler sei und noch sehr bedeutend für die Mannschaft sein würde. Mittlerweile sehen es auch die Zuschauer. Die neue Rolle des verkappten Neuners (oder hängender Spitze) scheint dem gebürtigen Allgäuer zu liegen. Götze selbst dazu: "Wenn man zwischen den Linien agieren kann, wenn man ein Wechselspiel hat mit den Außenstürmern und dem Zehner. Dann kann man auch gut aus der Tiefe kommen. Wenn also nicht gerade ein klassischer Stoßstürmer gebraucht wird, fühle ich mich in dieser Rolle eigentlich ganz wohl."


Wie wohl, kann man seit einigen Spieltagen immer wieder auf´s Neue sehen. Er versteht sich fast blind mit seinen Offensiv-Kollegen Jadon Sancho, Marco Reus und Co. Überwunden scheinen auch endlich die ewigen Gesundheitsprobleme des Kickers. Muskelverhärtung, Knieprobleme, Adduktorenbeschwerden, Rücken, Gesichtsverletzung, Bänderanriss, Bronchitis, Stoffwechselprobleme - die Serie beschreibt nur einige der Malaisen seit der Spielzeit 2016/17.

Klar, dass man bei so einer Krankengeschichte nicht in den erforderlichen Rhythmus kommen kann. 


Aber mittlerweile scheint er ihn gefunden zu haben. Und ein fitter, gesunder Mario Götze kann nicht nur noch sehr wichtig und bedeutend für die ​Borussia aus Dortmund werden, sondern auch für die deutsche Nationalmannschaft. Wer weiß: vielleicht folgen dem bisher schönsten Kapitel seiner Laufbahn, geschrieben anno 2014 in Brasilien, noch viele weitere. Mario Götze und dem deutschen Fußball wäre es zu wünschen. ​