​Nach langer Hängepartie verkündete der ​FC Barcelona am vergangenen Mittwoch schließlich ​die Verpflichtung von Frenkie de Jong. Der Mittelfeldmann soll laut spanischen Medien aber nicht der einzige Spieler sein, der von Ajax Amsterdam nach Katalonien wechselt.


Wie de Jong ist auch sein Noch-Teamkollege Matthijs de Ligt in Europa heiß begehrt. Der Innenverteidiger hat trotz seiner erst 19 Jahre schon 93 Spiele für Ajax absolviert und ist zudem Mannschaftskapitän. Für die niederländische Nationalmannschaft hat er ebenfalls bereits 13 Spiele bestritten, ist unter Bondscoach Ronald Koeman neben Virgil van Dijk gesetzt und steht genau wie de Jong für den momentanen Aufschwung der Elftal. 


"Es ist schön, dass sie sagen, dass mich zehn oder zwölf Teams unter Vertrag nehmen wollen", sagte de Ligt am Donnerstag am Rande von Ajax' Viertelfinalspiel im niederländischen Pokal. "Wir werden sehen, was die Zukunft für mich bereithält. Alles, worauf ich mich momentan konzentriere, ist Ajax." De Jong erklärte an gleicher Stelle, er sei nach der Bekanntgabe seines Wechsels nun sehr entspannt und scherzte: "Jetzt ist de Ligt dran." 


Möglicherweise folgt dieser dem 21-Jährigen nach Barcelona, denn Mundo Deportivo berichtet, dass die Katalanen die Möglichkeit einer Verpflichtung de Ligts überprüfen. Demnach möchte Barca sich bereits jetzt um Ersatz für den fast 32-jährigen Gerard Pique kümmern und der junge Ajax-Kapitän sei dafür die bestmögliche Lösung. Dabei könnte dem La-Liga-Tabellenführer in die Karten spielen, dass de Ligt weiter mit seinem Kumpel de Jong zusammenspielen möchte - denn darüber hinaus könnte der Transfer schwierig zu realisieren sein.


Zum einen zahlt Barca bereits mindestens 75 Millionen Euro für Frenkie de Jong (könnte auf 86. Millionen Euro steigen) und müsste für de Ligt laut der spanischen Zeitung weitere 60 Millionen Euro hinlegen. Geld, das vielleicht eher in einen Ersatz für Jordi Alba (Vertrag läuft 2020 aus, es wird über einen Wechsel im Sommer spekuliert) oder einen Backup für Luis Suarez investiert werden muss.


Barca hat keine Lust auf Mino Raiola


Zum anderen wurde bereits ​Jean-Clair Todibo ablösefrei für die Innenverteidigung verpflichtet und de Ligt wird unter anderem von Mino Raiola beraten. Raiola ist ob seiner Verhandlungstaktiken bei eitem nicht unumstritten unter den Spielerberatern und will angeblich, dass sein Klient zu dem Klub wechselt, der am meisten Gehalt bietet. ​Dieses Spiel wird Barca offenbar nicht mitspielen. Mundo Deportivo spekuliert, dass Raiola möchte, dass de Ligt vor einem Wechsel nach Barcelona zunächst noch einen Zwischenschritt einlegt, damit der Berater durch einen zusätzlichen Transfer mehr Provision kassieren kann.


Deshalb spreche für Barca wohl nur eines: der Wille des Spielers. Wenn De Ligt unbedingt weiter mit de Jong zusammenspielen will, wird Barca wohl versuchen, den Transfer zu realisieren. Auf ein Wettbieten werden sich die Katalanen aber nicht einlassen.