Am Sonntag steigt der ​Süd-Klassiker zwischen dem ​FC Bayern und dem VfB Stuttgart. Die Ausgangslagen könnten unterschiedlicher kaum sein: Während der VfB den Rückrundenstart verpatzt hat und weiter tief im Tabellenkeller steckt, konnte der Rekordmeister den positiven Trend in Hoffenheim über den Winter retten. Dennoch plagen die Bayern leichte Personalsorgen.​


Auf der Pressekonferenz vor dem Spiel am Sonntag gegen den VfB Stuttgart (15.30 Uhr) erklärte Bayern-Coach Niko Kovac, dass Jerome Boateng das Training am Freitag nicht mitmachen konnte. "Die Blutwerte waren so, dass er nicht trainieren konnte", erklärte Kovac zum erkälteten Boateng.


Man werde den morgigen Tag abwarten und kein Risiko eingehen, so Kovac weiter. Sollte der Innenverteidiger sich rechtzeitig fit melden, werde er "auf jeden Fall dabei sein".

Serge Gnabry dagegen stieg heute wieder ins Teamtraining ein. Der Nationalspieler musste unter der Woche wegen muskulärer Probleme kürzertreten. "Ich bin zuversichtlich, dass er Sonntag dabei sein kann", sagte Kovac auf der PK. Für die offensiven Außenbahnen stehen die Altmeister Franck Ribery und Arjen Robben auf jeden Fall weiter nicht zur Verfügung.

​Gegen den VfB wird der FCB nachlegen müssen. Spitzenreiter Borussia Dortmund erwartet am Tag zuvor gegen Hannover 96 eine vermeintlich einfache Aufgabe. "Ich spiele lieber früher. Am liebsten sind mir Freitagsspiele. Wenn man sie gewinnt, kann man das ganze Wochenende entspannt zuschauen", rechnete der Bayern-Coach vor.


All zu sehr wollte er auf das Duell mit dem BVB jedoch nicht schauen. Es gehe um die drei Punkte gegen Stuttgart. Dennoch seien die sechs Punkte Rückstand nicht so viel, wie es sich anhöhre. "Das sind im Prinzip nur zwei Spiele", so die Rechenspiele von Kovac. Egal wie der BVB gegen Hannover spielt, die Bayern müssen ihre Pflichtaufgaben lösen - und dazu gehört freilich auch das Heimspiel gegen die Schwaben.


"Wir wollen das Spiel gewinnen und dran bleiben. Wenn wir so wie gegen Hoffenheim spielen, bin ich sicher, dass wir als Sieger vom Platz gehen werden", gab Kovac die Marschroute vor. Bei der Aufstellung wollte er sich zwar nicht in die Karten schauen lassen, deutete aber an, dass die Siegerelf von Hoffenheim gute Aussichten besitze, auch gegen den VfB zu Beginnen. "Wir werden eine Formation wählen, die uns ermöglicht, den Gegner unter Druck zu setzten", so Kovac, der allerdings auch mahnte, dass man auf die Restverteidigung achten müsse.


Dennoch scheint möglich, dass James als Spielmacher ins Team rücken könnte. Der Kolumbianer könnte dabei Javi Martinez ersetzten und die Bayern mit einer leicht offensiveren Ausrichtung beginnen. "Er ist ein absoluter Top-Fußballer. Ein toller Junge. Es gilt für alle: Man muss sich im Training so anbieten, dass man am Wochenende spielt. Er arbeitet genauso viel wie andere. Wir haben letzte Woche mit dem Leon richtig gelegen auf der Zehn“, blieb Kovac vage. 


"Renato wird nicht gehen"


In der Personalie Renato Sanches sorgte Kovac derweil für Klarheit: "Es ist schon so, dass PSG an Renato Sanches sehr interessiert ist. Aber ich habe klip und klar gesagt, dass Renato nicht geht. Er hat eine sehr gute Entwicklung genommen und ich bin mir sicher, dass wir ihn auch noch in dieser Rückrunde brauchen", wiegelte er alle Spekulationen um den Abgang des Portugiesen endgültig ab. 

Ohnehin könne man ​den Kader "so in der Form nicht reduzieren", schließlich könnten "im April neun Spiel auf uns zukommen, wenn alles nach Plan verläuft", blickte Kovac voraus.