Die BayArena in Leverkusen fasst 30.210 Zuschauer. Das ist nicht übermäßig viel, sondern eher unteres Drittel in der deutschen ​Bundesliga. Nur der SC Freiburg (24.000), der VfL Wolfsburg (30.000), der FC Augsburg (30.660) und die TSG Hofffenheim (30.150) haben kleinere Stadien. Dennoch kriegt ​Bayer 04 Leverkusen das Stadion schon seit längerem nicht voll.


Selbst beim rheinischen Schlager gegen die Borussia aus Mönchengladbach zum Rückrundenauftakt, fehlten noch 600 Zuschauer zum Prädikat "Ausverkauft!". Der aktuelle Mittelwert bei allen Bayer-Heimspielen liegt bei 27.269 Zuschauern. Greift man jetzt einfach mal vor und geht für das kommende Heimspiel der Leverkusener gegen den FC Bayern von einer prallgefüllten BayArena aus, ergäbe sich immer noch ein Schnitt von "nur" 27.563 ​(Quelle: kicker.de). 


Seit zehn Jahren hatte die Werkself keinen so schlechten Zuschauerzuspruch. Von den bisherigen neun Heimspielen war lediglich das gegen Borussia Dortmund Ende September ausverkauft. Ein weiteres Indiz: Das Spiel gegen die Gladbacher eingeschlossen, war das Stadion bereits zum sechsten Mal in Folge nicht vollständig gefüllt. Nur in der Beinahe-Abstiegssaison 2016/2017 (unter Trainer Roger Schmidt) gab es eine längere Serie von nicht-ausverkauften Spielen (neun). Als mögliche Gründe fallen einem - logischerweise -  zu allererst die dargebotenen sportlichen Leistungen (in Relation zum vorhandenen Potenzial) ein. 


Wobei es Vereine gibt, die in den vergangenen Jahren sportlich noch schlechter abgeschnitten haben, und eher Zuwächse beim Zuschauerzuspruch vermelden können (oder zumindest keine Einbußen). Etwaige Wanderbewegungen hin zu benachbarten Städten wie Düsseldorf oder Köln können wohl getrost vernachlässigt werden. Wer Bayer-Fan ist, bleibt es auch, auch wenn die rheinischen Nachbarn eventuell kurzfristig auf einem Euphoriehoch reiten. Es ist deshalb wohl einfach so: spielst du unter deinen Möglichkeiten, vergrault das auf Dauer die Zuschauer. 


Und Bayer 04 hat - betrachtet man die finanziellen Möglichkeiten - in den vergangenen Jahren gefühlt meistens unter seinen Möglichkeiten gespielt. Seit zwei, drei Jahren vor der jeweiligen Saison als "Geheimfavorit" gehandelt, haben die Werkskicker ihre Fans (und vielleicht auch die neutralen Zuschauer) doch eher enttäuscht. Die Quittung dafür bekommt man jetzt präsentiert.