Jeder will ihn - den Oscar, diese güldene Figur, die für den Schauspiel-Olymp steht. Nachdem seit gestern die Nominierungen für den renommiertesten US-amerikanischen Filmpreis bekannt sind, ist es auch Zeit die aktuellen Favoriten auf die Auszeichnungen in der ​Bundesliga zu verkünden. Dabei gibt es viel Schwarz-Gelb, ein wenig Ribéry und das ein oder andere neuentdeckte Talent. Die 90min-Bundesliga-Oscars gehen an...


Beste Regie: Lucien Favre

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Seit er in Dortmund "Action" sagt, liefert ​Schwarz-Gelb regelmäßig Blockbuster. Was Lucien Favre in seiner ersten Saison als Cheftrainer des BVB abspult, ist allemal hollywoodreif! Dortmund ist nach gelungenem Rückrundenstart in der Bundesliga noch immer das Maß der Dinge und das auch, weil der Schweizer die Stars und Sternchen seines Teams perfekt in Szene zu setzen weiß. 


Bester Hauptdarsteller: Marco Reus

Marco Reus

Von der Regie seines Trainers profitiert auch Superstar Marco Reus, der als Kapitän mehr denn je im Rampenlicht steht und Woche für Woche das Publikum überzeugt. Auch dank seiner Performance ist der BVB wieder ein Kassenschlager, thront an der Spitze der Bundesliga-Tabelle. Der zweifache Spieler der Saison greift auch in diesem Jahr wieder nach der Auszeichnung und übertrifft sich dabei selbst. 


Bester Nebendarsteller: Florian Neuhaus 

Florian Neuhaus

Ihn haben die wenigsten auf dem Schirm, doch findet sich der 21-jährige Florian Neuhaus mit seinen Leistungen in beeindruckender Gesellschaft. In bislang jedem Bundesliga-Spiel seiner Borussia zum Einsatz gekommen, verzeichnete Neuhaus in der ersten Saisonhälfte allein acht Vorlagen. Als relativer No-Name ist der Gladbacher damit hinter den Bundesliga-Shootingstars Haller, Sancho, Kimmich und Reus auf Platz fünf der Vorbereiter. Als Inbegriff des Nebendarstellers spielt Neuhaus den Hauptdarstellern Hazard und Pléa die Bälle zu und wertet damit das Gesamtschauspiel auf. 


Bester Newcomer: Jadon Sancho

Jadon Sancho

Keine Frage: Selbst beim Tabellenersten gibt es keinen Bundesliga-Spieler, der über die Grenzen Deutschlands hinaus so für Furore sorgt wie der 18-jährige Jadon Sancho. Der britische Teeny mischt mit einer Selbstverständlichkeit die Szene auf, dass es fast gruselig ist und verfügt über ein Repertoire, das sich manch ein gestandener Bundesliga-Veteran nur wünschen kann. Auch wenn zahlreiche andere Spieler - Nübel, Nelson, Alcácer und Co. - ebenfalls beeindruckende Arbeitsproben vorzuweisen haben: Niemandes Stern ist schneller und höher aufgestiegen als der des jungen Engländers. 


Bestes Drehbuch: FC Bayern München

Uli Hoeness,Karl-Heinz Rummenigge

Wer braucht schon "Alles was zählt", wenn er einfach den Alltag des ​FC Bayern München verfolgen kann? Der Rekordmeister bietet deutlich mehr Drama als jeder Telenovela-Marathon: Peinlich-PK, Jahreshauptversammlungs-Debakel, goldene Steaks und beschimpfte Stammbäume - all das und noch viel mehr bietet die Münchner Krawall-Schmiede seit Beginn der laufenden Saison. Keine Chance für die Konkurrenz: Unterhaltung vom Feinsten!


Bester Schnitt: Axel Witsel

Axel Witsel

Seit Rekordhalter Javier Pinola nicht mehr in der Liga und zudem zu einem wesentlich weniger aufregenden Radikal-Schnitt gewechselt ist, erfährt diese Kategorie neuen Aufschwung. Und weil mit Arturo Vidal und Pierre-Emerick Aubameyang auch die Muster-Rasur die Bundesliga verlassen hat, erhalten auch die auffälligen Klassiker wieder mehr Aufmerksamkeit. Beeindruckend ist der Riesen-Afro von Dortmund-Neuzugang Axel Witsel allemal.


Bestes Kostümdesign: Franck Ribéry

Es war sicher nicht Franck Ribérys einzige fragwürdige Entscheidung in den letzten zwölf Monaten, aber mit diesem samtig glänzenden Gucci-Jogginganzug, mit zu klein eingestellter, schräg aufgesetzter Cap und in Begleitung des womöglich bald zu lebenslanger Haft verurteilten Rappers 6ix9ine zeigte der Franzose, dass ihn die Meinung seiner Kritiker einen feuchten Kehricht interessiert. So viel Mut ist auch im Bezug auf Mode Oskar-würdig.


Bester Song: David Alaba - Sag mein Namen (feat. Orry Jackson)

Allzu oft wird Fußballprofis unrecht getan, indem sie als einfältige Dummchen dargestellt werden, die lediglich einen Ball gezielt von A nach B bewegen können. Über dieses üble Vorurteil hilft den Profis dann häufig lediglich der Kontostand hinweg  - und das Wissen, dass es da draußen auch solche gibt, die ihre anderen Talente publik machen. David Alaba ist so ein Vorreiter. Der Bruder einer Sängerin zeigt in seiner Debüt-Single Rhythmusgefühl und einen gekonnten Umgang mit Autotune, der, wenn er schon nicht jedermanns Sache ist, zweifelsohne das Bild des dümmlichen Ledertreters revolutioniert.