​Anthony Modeste wechselte im ​Juli 2017 vom ​1. FC Köln zu Tianjin Quanjin und brachte seinem Klub letztlich rund 35 Millionen Euro Ablöse ein. Geschäftsführer Alexander Wehrle bestätigte am Dienstag, dass der FC ein halbes Jahr zuvor deutlich mehr hätte verdienen können.


Ein Angebot über 75 Millionen Euro lehnten die Kölner im Januar 2017 ab, dies bestätigte Geschäftsführer Alexander Wehrle laut Bild am Dienstag vor dem Kölner Landgericht. "Wir hatten ein Angebot über diese 75 Millionen für den Winter. Wir haben das damals mit den Gremien besprochen und uns dagegen entschieden. Wir wollten unser Ziel, das Erreichen der Europa League, nicht gefährden."


Dieses Vorhaben gelang, als Fünfter qualifizierten sich die Kölner am Ende der Saison für das internationale Geschäft. Modeste hatte daran mit 25 Saisontoren (zwölf in der Rückrunde nach dem Angebot) einen großen Anteil, nach dessen Abgang stiegen die Geißböcke in der folgenden Saison ab. 


Hätte der FC das Angebot damals angenommen, wäre Modeste der drittteuerste Transfer der Bundesliga-Historie geworden. Nur Ousmane Dembele (120 Mio. Euro) und Kevin de Bruyne (76 Mio.) wurden für mehr Geld verkauft. Seit vergangenen November ist der Franzose wieder zurück in Köln, wartet derzeit aber noch auf eine Spielberechtigung für die 2. Bundesliga.

Zur Sprache kam das abgelehnte Angebot im Rahmen einer Gerichtsverhandlung vor dem Kölner Landgericht um den Transfer von Modeste nach China. Dort streitet sich der 1. FC Köln derzeit mit dem Spielerberater Giacomo Petralito. Der Italiener war seiner Ansicht nach entscheidend am Wechsel beteiligt und fordert deshalb zwei Millionen Euro vom FC. Der Klub streitet eine maßgebliche Beteiligung allerdings ab und weigert sich, die Summe zu zahlen.