​Mit einem schmeichelhaften 2:1-Sieg gegen den VfL Wolfsburg ist der ​FC Schalke 04 in die Rückrunde gestartet. Im Kader von Trainer ​Domenico Tedesco suchte man Amine Harit vergeblich. Nach der Partie unterstrich der Coach, dass dies auch disziplinarische Gründe hatte und kritisierte die Einstellung des hoch veranlagten Offensivspielers.


Bereits seit geraumer Zeit hat sich der offensive Mittelfeldspieler durch zahlreiche Undiszipliniertheiten bei den Königsblauen ins Abseits gedribbelt. Darüberhinaus hatte der 21-Jährige in der Hinrunde mit einigen kleineren Verletzungen zu kämpfen und kam so nicht wirklich in Fahrt. Gerade einmal drei Torbeteiligungen nach zwölf Ligaeinsätzen sind für die Ansprüche des Marokkaners deutlich zu wenig. Besonders bitter war dabei auch, dass sich der Youngster kurz vor Jahresende einen Muskelfaserriss zuzog und so auch in der Vorbereitung auf die Rückrunde nicht komplett aufs Gaspedal drücken konnte.

Amine Harit

Amine Harit läuft seiner Form aus der Vor-Saison hinterher


So verzichtete der Cheftrainer der Knappen im Wintertrainingslager auf seinen Schützling und entschied, dass der siebenfache marokkanische Nationalspieler im Schalker Reha-Zentrum weiter an seinem Comeback arbeiten sollte. Nach der Partie am Sonntag räumte der 33-jährige Fußballlehrer laut der WAZ nun jedoch ein, dass die Nicht-Berücksichtigung seines Offensivspielers nicht nur mit seiner Verletzung zusammenhing. "Es ist schon so, dass Amine verletzt war. Da habe ich nicht gelogen. Es ist aber auch so, dass er massiv an seiner Professionalität arbeiten muss", so Tedesco.


Dabei machte der Übungsleiter keinen Hehl daraus, dass er mit der Einstellung seines Spielers nicht zufrieden ist. "Er muss zeigen, dass er sich entwickelt, dass er eine gewisse Reife hat, und warum er Profi ist und dass er Profi ist", so der Cheftrainer. Eine Rückkehr ins Mannschaftstraining ist wohl erst in der kommenden Woche angedacht, bis dahin soll der Tempodribbler individuell an seiner Fitness arbeiten, welche in der ersten Saisonhälfte noch zu wünschen übrig gelassen hatte.

Domenico Tedesco

Domenico Tedesco fordert von seinen Spielern vollen Einsatz


Dass Harit ein aussichtsreiches Talent ist, weiß auch Tedesco und so erklärte der Coach, dass der wieselflinke Spielgestalter, sofern fit, noch immer eine "große und wichtige Option" sei. "Aber es gehört einfach mehr dazu als Talent, das sage ich offen und ehrlich. Er hat ein Riesentalent, aber wir müssen dieses Talent auch entwickeln. Es ist mein größter Wunsch, dass das passiert. Das muss zum einen der Trainer wollen – und das will ich. Aber auch der Spieler muss es wollen. Und wenn eine der zwei Parteien nicht will, dann wird es schwierig", so der junge Cheftrainer. 


Ob der zuletzt selbst häufig in die Kritik geratene Erfolgstrainer der Vorsaison auch wirklich an eine Kehrtwende bei seinem Sorgenkind glaubt, darf daher bezweifelt werden. Auch Manager Christian Heidel hat längst erklärt, dass Harit nicht mehr unverkäuflich ist und den Klub bei einem entsprechenden Angebot bereits im Winter verlassen darf. 


Einen Wechsel mit aller Macht vorantreiben wollen die Schalker aber nicht. "Wir sind da offen, aber es gibt keinerlei Zwang von unserer Seite. Es geht ja auch darum, was der Spieler möchte. Bis zum Ende der Transferfrist wird alles geklärt sein", so der erfahrene Funktionär vor dem Wolfsburg-Spiel.