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BVB: 6 Erkenntnisse zum Dortmunder Rückrundenauftakt

In einem intensiven Spitzentreffen hat Tabellenführer Borussia Dortmund mit 1:0 die Oberhand über RB Leipzig behalten. Nachdem Bayern München einen Tag zuvor mit 3:1 in Hoffenheim gewann, bestand der BVB den Stresstest gegen Leipzig, und bleibt mit sechs Punkten Vorsprung auf dem Spitzenplatz. Welche Erkenntnisse vom Abendspiel könnten den weiteren Verlauf der Rückrunde prägen?

1. Defensives Bollwerk

Was im US-Sport Gesetz ist, lässt sich häufig auch auf die Bundesliga übertragen: "Offense wins Games, Defense wins Championships." In 54 Spielzeiten gewann 34-mal jene Mannschaft die Meisterschaft, die die wenigsten Gegentore kassierte. Und Dortmund ist auf Kurs: dank der stabilen Abwehr haben die Westfalen erst 18 Gegentreffer bekommen, Platz eins in Sachen Defensivstärke - Leipzig und Mönchengladbach haben genauso viele.


Schwärmereien über die BVB-Offensive sind gerechtfertigt, allzu gern vergessen wird allerdings die Abwehrarbeit, die schon bei den Außenstürmern anfängt. Jadon Sancho eroberte gegen Leipzig beispielsweise sechs Bälle. Im Zentrum sichern Axel Witsel und Thomas Delaney ab, was auch gegen Leipzig gut funktionierte. Warum kam RB trotzdem zu so vielen Torgelegenheiten? Schuld waren die zahlreichen Fehlpässe, die Leipzig mit intensivem Pressing erzwang.

2. Weigl überzeugt in der Innenverteidigung

Während sich Manuel Akanji (Hüftverletzung) und Ömer Toprak (Muskelverletzung) im Krankenstand befinden, und Neuzugang Leonardo Balerdi bei den U20-Südamerika-Meisterschaften weilt, sah sich Trainer Lucien Favre erneut gezwungen, den nominellen defensiven Sechser Julian Weigl als Innenverteidiger aufzustellen. Und der 23-Jährige überzeugte wie schon am 17. Spieltag gegen Borussia Mönchengladbach. Weigl kam auf neun klärende Aktionen. Ist ein Transfer nach Paris noch eine Möglichkeit? "Er bleibt auf jeden Fall bis zum Saisonende bei uns", machte Sportdirektor Michael Zorc nach dem Spiel klar. 

3. Bürki besser denn je

Im Sommer verpflichtete Borussia Dortmund Augsburgs Stamm-Torwart Marwin Hitz, der Roman Bürki Druck machen sollte. Offensichtlich hat der Konkurrenzkampf den Schweizer angetrieben, aktuell schwingt sich Bürki Woche für Woche zu Höchstleistungen auf. Beim Duell in Leipzig war Bürki vielleicht der beste Spieler auf dem Platz. Gegen Marcel Sabitzer (47., 74.) und Timo Werner (77.) klärte Bürki gleich dreimal spektakulär. 

4. Formstarker Raphael Guerreiro

Im Sommer war Raphael Guerreiro noch ein Verkaufskandidat. Der 25-jährige Portugiese, der 2016 für sein Heimatland beim EM-Triumph in Frankreich mit dabei war, war häufig verletzt, wirkte bisweilen lust- und emotionslos. Inzwischen ist Guerreiro endlich angekommen: Guerreiro ist schwer vom Ball zu trennen, und bringt sich aktiv ins Offensivspiel ein. Im linken Mittelfeld scheint er seine Idealposition gefunden zu haben. Gegen Leipzig schlug Guerreiro die Flanke, die über den Umweg Lukasz Pisczek zu Witsels Tor führte. Insgesamt kam er auf sechs weitere Flanken, insgesamt der beste Wert in diesem Spiel. 

5. BVB funktioniert auch ohne Reus

Die Stichprobe ist gering, doch man sollte es nicht unterschlagen: Der BVB funktioniert auch ohne Marco Reus. Im Mittelfeld bestimmte Witsel beim BVB klug den Rhythmus, im Angriff machte Mario Götze viel Druck über die linke Seite. In der zweiten Halbzeit wurden die Offensivbemühungen ein wenig zurückgefahren, auch Jadon Sancho kam offensiv nicht so zum Tragen, jedoch lässt sich auf dem Auftritt aufbauen. Dortmund wird in der nächsten Woche voraussichtlich erneut auf Reus verzichten müssen, der am Freitag im Training umgeknickt war, und sich eine Bänderdehnung zuzog. 

6. Götze wirkt frisch und motiviert

Mario Götze präsentierte sich sehr motiviert, was seine Laufleistung als Spieler mit den meisten Kilometern bezeugt. Er wirkte frisch und agil, und hatte auch offensiv seine Szenen, wie beim Pass auf Jadon Sancho in der 52. Minute, den dieser aber nicht verwerten konnte. Letztlich ließ Götze aber die letzte Durchschlagskraft vermissen, und hatte keinen Schuss aufs Leipziger Tor. Eine gute Leistung muss man dem Weltmeister aber nichtsdestotrotz attestieren.