Legenden sterben nie. Irgendwann wird es zwar stiller um sie herum, es wird nicht mehr so viel über sie geredet oder geschrieben - aber immer bleiben sie doch Legenden. Das wird auch im Mai dieses Jahres so sein, wenn Claudio Pizarro (40), Werder-Legende, peruanischer Nationalheld und allseits beliebter Fußball-Spieler nach 21 (!) Jahren seine aktive Karriere beenden wird. Wobei - so ganz überzeugend kommt es ihm immer noch nicht über die Lippen. Wie auch jetzt beim Interview mit der DeichStube.


Doch vor dem Rückblick auf all das, was war, wagt Pizarro lieber noch mal einen Ausblick, und zwar auf die bevorstehende Halbserie. "Ich bin sehr gespannt auf die Rückrunde. Ich glaube, am Ende werdet ihr alle überrascht sein über das, was wir gezeigt haben." 


In der Hinrunde überraschten die ​Werderaner tatsächlich. Zumindest in den ersten acht Spielen (in denen 17 Punkte gesammelt wurden). Dazu der Stürmer-Star selbst: "Wir waren Dritter und haben dann drei Spiele in Folge verloren. Das hat uns die europäischen Plätze gekostet. Da waren wir wirklich nicht gut genug, das wissen wir. Aber dass wir am Anfang viel gepunktet haben, war auch kein Zufall." Und wenn es nach Pizarro geht, soll das auch in den kommenden Monaten so bleiben: "Wir müssen jetzt punkten, und das können wir auch. Weil wir richtig guten Fußball spielen." 


Zwar immer seltener mit seiner Mitwirkung auf dem Platz, doch mittlerweile sieht sich Pizarro auch als eine Art Stütze für die jungen Wilden im grün-weißen Kader. Für Spieler wie Josh Sargent oder ​Johannes Eggestein, zum Beispiel. "Wenn ich etwas an ihm (Sargent) oder auch an anderen jüngeren Spielern erkenne, was mir früher auch so passiert ist, dann versuche ich zu helfen, dann gebe ich Tipps. Am Anfang meiner eigenen Karriere war es wichtig, dass es da auch jemanden gab, der mir gesagt hat: "Hey, das machst du falsch." Vom Torjäger zum Ziehvater sozusagen. 

Maximilian Eggestein,Claudio Pizarro

Pizarro steht den jüngeren Spielern mit Rat und Tat zur Seite


Raum für eitles Konkurrenzdenken bleibt da nicht, wobei der Peruaner seinen Platz auch nicht völlig kampflos den jungen Nachrückern überlassen will. So freue er sich natürlich, wenn es die Jungen schaffen. Denn sie seien die Zukunft des Vereins. "Wer aber spielt, entscheidet der Trainer. Und ich werde auch in der Rückrunde um meinen Platz kämpfen", stellt der Rekordtorjäger des SVW (192 BL-Tore) unmissverständlich klar. Alt, aber nicht auf dem Altenteil ruhend. 


Ob er denn überhaupt an ein Karriereende im Sommer nachdenke, jetzt da bei Werder alles in die richtige Richtung läuft? Die Antwort lässt immer noch Raum für Spekulationen: "Ich muss diese Entscheidung wirklich mit Geduld angehen. Zum Glück habe ich das verstanden. Ich muss abwarten, was mein Körper sagt, was der Trainer denkt, was die Mannschaft denkt und ob wir international spielen. Im Moment gilt noch die Idee, dass im Mai Schluss ist für mich. Und bevor es keine anderen Gespräche gibt, kann ich nichts anderes sagen." 


Sprach´s und lächelte. Vielleicht geht die Legende ja sogar noch über den Mai hinaus weiter. Wir Fußball-Fans hätten nichts dagegen. ​