In einer Umfrage bezüglich der größten Flops dieser halb abgelaufenen Saison würde Sebastian Rudy (28) wohl ganz vorne landen. 16,5 Millionen Euro ließen sich die Knappen die Dienste des defensiven Mittelfeldspielers kosten. Damit war er im Sommer 2018 Schalkes absoluter Königstransfer. Zurückgezahlt, in Form regelmäßiger guter bis sehr guter Leistungen, hat der Nationalspieler bislang nicht. Jetzt soll in der Rückrunde alles ganz anders werden.


"Natürlich war der Start für mich auf ​Schalke aus verschiedensten Themen sehr schwierig", sagt der Spieler gegenüber der Bild und untertreibt damit noch ganz gewaltig. Schwierig waren die Anfänge von anderen Spielern. Der von Rudy war nahezu katastrophal. Drei Spiele lang durfte er mitwirken, dann riss Trainer Tedesco der Geduldsfaden. 


Es folgten Wochen auf der Ersatzbank. Das böse Wort der "mangelnden Fitness" ging um. Und der Spieler zeigte sich irritiert, und verkündete allerorten, dass er fit sei. War er aber nicht, denn ein fitter Rudy kann nicht so einen Murks spielen, wie er es bisweilen gemacht hat. Also ging ein neues böses Wort um: das vom "Missverständnis". 


Das wird gerne bemüht, wenn andere Erklärungsmuster nicht mehr greifen. Und wieder war Rudy irritiert. Diesmal ob der mangelnden Fürsprache, vor allem aus der königsblauen Vorstandsetage, angesichts des verheerenden Medienechos auf seine bisweilen unterirdischen Leistungen. Die allgemeine und für jeden ersichtliche sportliche Talfahrt von S04 allein an Rudy festzumachen, wäre jedoch verfehlt. Aber er hat sich eben auch nicht als jemand herausgestellt, der in einer solch schwierigen Situation vorangeht. 

Domenico Tedesco,Sebastian Rudy

Erhält Rudy in der Rückrunde das Vertrauen seines Trainers?


Doch bringt alles Zurückschauen in der Regel nichts. Und noch weniger im hysterisch-hektischen Business Profi-Fußball. Also wird nach vorne geschaut. "Es hat sich sehr gut angefühlt, die Vorbereitung komplett durchzuziehen. Ich bin topfit und heiß auf die Rückrunde", kommentiert Rudy etwas schablonenartig. 


Lange werden wir wenigstens nicht mehr warten müssen, um diese Worte auf ihren substanziellen Gehalt zu prüfen. Am Sonntag empfängt S04 die Wölfe aus Wolfsburg (18:00 Uhr). Die erste von mehreren Belastungsproben, die Sebastian Rudy in der Rückrunde zu bestehen hat.  ​


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