Seit vielen Jahren kämpft Kevin Pannewitz um den Durchbruch im Profi-Fußball, doch der Weg gestaltete sich für den 27-Jährigen noch härter als ohnehin schon. Vor wenigen Tagen trennte sich Drittligist Carl Zeiss Jena vom defensiven Mittelfeldspieler, der mit Übergewicht aus dem Weihnachtsurlaub zurückkehrte. Gegen die Kündigung will er nun vorgehen, wie er bei Bild verkündete. 


37 Spiele absolvierte Pannewitz für Hansa Rostock in der zweiten Bundesliga, doch auch schon in dieser Zeit machte er mit disziplinarischen Fehltritten auf sich aufmerksam. Was folgte, war eine zwischenzeitliche Suspendierung von November bis Dezember 2011. Als Gründe wurden übermäßiger Alkoholkonsum und Gewichtsprobleme genannt, die ihm auch beim VfL Wolfsburg zum Verhängnis werden sollten. 


"Er stand sich mit seinem Lebenswandel selbst im Weg. Wir hatten gehofft, dass er die Kurve kriegt und über die Leistung den Durst vergisst", sagte Ex-VfL-Trainer Felix Magath einst über den heute 27-Jährigen (via Bild). Auch heute beurteilt er den gebürtigen Berliner als "begnadeten Fußballer", doch nach dem Aus bei Carl Zeiss Jena steht seine Karriere erneut vor dem Ende.  

Kevin Pannewitz

  Hatte in der Vergangenheit vor allem neben dem Platz zu kämpfen: Kevin Pannewitz


"Ich bin mit 95 Kilo in den Urlaub gegangen und kam mit 98,3 zurück. Wir hatten noch ein Hallenturnier, danach wurde mir vom Verein mitgeteilt: Du musst schnellstmöglich weg hier", resümiert Pannewitz gegenüber Bild. Der Verein habe ihm "keine Alternative geboten", stattdessen auf den sofortigen Abschied gedrängt.


"In meiner Wolfsburger Zeit war ich hintenraus selbst schuld, hier lasse ich mir alle Vorwürfe gefallen. In Jena lief es eigentlich gut. Und ich wäre am 26. Januar, zum ersten Rückrunden-Spiel, in Form gewesen", beteuert der Mittelfeldspieler. 


Was ihn besonders stört: "Es wird ja so dargestellt, als hätte ich im Urlaub hemmungslos gelebt, gefressen. Das ist völlig falsch. Ich konnte nicht trainieren. Ich war die letzten zwei Wochen vor meinem Urlaub und auch zu Beginn der Winterpause krank." Daher wolle er nun gemeinsam mit Berater Maik Barthel gegen den Verein vorgehen: "Der Verein hat mich bei der ersten Gelegenheit abgeschossen, dagegen gehen wir vor. Soweit ich informiert bin, ist die Kündigungs-Schutzklage schon an Jena versendet. Es gibt keine richtigen Gründe für die Entlassung. Ich kann nicht wegen Übergewichts entlassen werden."


Erneutes Karriereende? "Ich glaube weiter daran"


Den Traum von der Profi-Karriere will Pannewitz trotz allem weiterhin nicht begraben. Stattdessen arbeitet er an seinem Körper, um das Übergewicht schnellstmöglich zu reduzieren: "Ich habe nun einen privaten Coach, mache täglich Laufeinheiten, Intervalle, Krafttraining. Ich glaube weiter daran, dass ich einem Drittligisten helfen kann. Ich will weiter Profi sein. Ich bereite mich professionell auf ein mögliches Angebot vor und hoffe, dass es noch einen Verein gibt, der mich kicken sehen will."


Gegenwind gab es jedoch von Jena-Geschäftsführer Chris Förster, der sich gegen die Kritik von Berater Barthel wehrte. Dieser warf dem Verein mangelnde Sozialkompetenz vor, der Rauswurf sei schlussendlich überzogen. "Wir reden hier über Profi-Fußball! Herr Barthel kann sich sicher sein, dass wir bei Kevin in den letzten Jahren nicht nur ein Auge – sondern mehrere Augen zugedrückt haben. Mehrfach sogar", so Förster. "Auch aus diesem Grund wünschen wir wirklich für die Zukunft alles Gute."