Im Sommer 2012 wechselte Javi Martinez für die damalige Bundesliga-Rekord-Ablösesumme von 40 Millionen Eurovon Athletic Bilbao zum FC Bayern München. Der spanische Mittelfeldabräumer war jahrelang beim Rekordmeister gesetzt, verbringt unter Niko Kovac allerdings die meiste Zeit auf der Bank und gilt als einer der Wechselkandidaten für den Sommer. Möglicherweise führt dann die Spur zurück in seine Heimat: Wie Athletic-Sportdirektor Rafael Alkorta nun bestätigte, sind die Basken an einer Rückhol-Aktion des 30-Jährigen interessiert. 


Dass dieser den stolzen Verein, der lediglich Spieler mit Wurzeln aus dem Baskenland unter Vertrag nimmt, überhaupt erst verlassen konnte, war einzig durch die in Spanien verpflichtete Ausstiegsklausel für Fußballspieler möglich. Martinez, der als Wunschspieler des damaligen Trainers Jupp Heynckes galt, war auf Anhieb im defensiven Mittelfeld der Bayern gesetzt und galt von Anfang an als letzter Abräumer vor der Verteidigung, während Nebenmann Bastian Schweinsteiger die Fäden zog und das Angriffsspiel ankurbelte.

Javi Martinez

  Steht Javi Martinez beim FC Bayern vor dem Absprung?


Gleich im ersten Jahr feierte der damals 24-Jährige das Triple und absolvierte bis dato 198 Pflichtspiele für den Rekordmeister. Durchaus hätten es mehr werden können, doch nachdem er bereits im ersten Jahr unter Pep Guardiola aufgrund von Verletzungen an der Leiste und am Sprunggelenk mehrere Wochen fehlte, zog er sich zu Beginn der Saison 2014/15 einen Kreuzbandriss zu, welcher ihn etliche Monate außer Gefecht setzte.


In der abgelaufenen Saison blühte er unter Heynckes, der als Interimstrainer nach der Entlassung des Italieners Carlo Ancelotti anheuerte, noch einmal auf, doch seit Niko Kovac das Kommando an der Säbener Straße im Sommer übernommen hat, weht ein anderer Wind. Schon Arturo Vidal und Sebastian Rudy mussten ihre Zelte aufgrund der Breite in der Zentrale abreißen. Martinez könnte der nächste sein, was allerdings auch sportliche Gründe hat.


Martinez' Zeit scheint abgelaufen


Dem mittlerweile 30-Jährigen fehlt es zunehmend an Tempo, zudem offenbarte er in der Vorrunde immer wieder Schwächen und öffnete Lücken, die er eigentlich hätte schließen sollen. Schwankende Leistungen beförderten ihn auf die Ersatzbank, nur sechs Mal spielte er in der laufenden Bundesligasaison über 90 Minuten durch.


Stattdessen setzt Kovac auf Landsmann Thiago sowie Leon Goretzka, und auch immer häufiger auf Joshua Kimmich. Die anhaltenden Gerüchte sowie das öffentlich bekannte Interesse an Frenkie de Jong belegen, dass sich die sportliche Führung auch im zentralen Mittelfeld mit einem Wandel beschäftigt - zumal Corentin Tolisso nach erfolgreicher Genesung vermutlich vor Martinez rücken würde.


Daher wittert Ex-Verein Athletic Bilbao seine Chance. Der aktuelle Tabellen-16. der Primera Division will neben Martinez das Trio um Ibai Gomez (Deportivo Alaves), Ander Herrera (Manchester United) und Fernando Llorente (Tottenham Hotspur) zurückholen. Das Quartett spielte früher gemeinsam auf dem Platz, zerstreute sich in den vergangenen Jahren jedoch. 

Real Madrid's Brazilian midfielder Kaka

  Bereits von 2006 bis 2012 spielte Martinez (2.v.l.) für Athletic Bilbao


"Wir sind an Javi Martinez, Ibai Gomez, Ander Herrera und Fernando Llorente interessiert. Jeder Spieler, der Athletic repräsentieren kann, wird uns interessieren - und Spieler von diesem Kaliber interessieren uns", bestätigte Sportdirektor Rafael Alkorta gegenüber dem spanischen Radiosender Cadena Ser (via Football-Espana).

 

Der 50-Jährige, der als Spieler abgesehen von einer Zwischenstation bei Real Madrid (1993 - 1997) seine gesamte Karriere bei den Basken verbrachte, wolle ab dieser Woche in allen vier Angelegenheiten aktiv werden. Ihm sei "bewusst, dass keiner dieser Transfers einfach wäre", doch man wolle "unsere Möglichkeiten erörtern".

​Klar ist, dass Javi Martinez im Januar nicht zu haben wäre. Im Hinblick auf die Titelkämpfe in der Bundesliga, der Champions League und dem DFB-Pokal wollen die Münchner keinen Spieler abgeben und sich somit in der Breite unnötig schwächen. Im Sommer könnte allerdings neue Bewegung in die Personalie reinkommen, wenn Sportdirektor Hasan Salihamidzic sowie Vorstandsvorsitzender Karl-Heinz Rummenigge und Präsident Uli Hoeneß in die angekündigte Transfer-Offensive übergehen und somit genügend Zeit hätten, um für adäquaten Ersatz zu sorgen.