Nach der Winterpause steht der BVB ganz am Anfang einer Rückrunde, die mit großen Erwartungen einher geht. Das erste Testspiel brachte neben einem Sieg wenige Erkenntnisse, doch konnte sich einer nach langer Zeit mal wieder beweisen. 


Wer die Herbstmeisterschaft gewinnt, muss im Fußball mit mehreren Umständen zurechtkommen. Erstens wird man automatisch zum Verfolgten, jeder Gegner ist fortan extra motiviert, wenn es gegen den Tabellenersten geht. Zweitens muss man sich an seiner eigenen Leistung messen lassen. Zu diesem Zeitpunkt hat in der Bundesliga jeder mal gegen jeden gespielt. ​Borussia Dortmund konnte als derzeit beste Mannschaft des Wettbewerbs viele der Duelle für sich entscheiden, einige sogar deutlich. Und während die eigenen Erwartungen wie die der Fans immer weiter stiegen, machte sich die Anstrengung der Mehrfach-Belastung von Liga, Pokal und Champions League mehr und mehr bemerkbar. Sie mündete in einer Niederlage gegen Aufsteiger Fortuna Düsseldorf. 


Nun haben Rückrunden die unangenehme Angewohnheit, allzu selten weniger anstrengend zu sein als Hinserien - insbesondere, wenn man in drei Wettbewerben um Titel mitspielen möchte. Genau das ist aber - zurecht - das selbst gesteckte Ziel der Dortmunder Borussen, die selbst in der Champions League zwar Außenseiter, sicher jedoch nicht chancenlos sind. Um aber noch im Mai mit der Weltspitze mithalten zu können, muss der Kader langen Atem beweisen. Im Klartext bedeutet das: Auch die zweite Garde muss mithalten können. Wenn es hart auf hart kommt, ist Trainer Lucien Favre darauf angewiesen auf einen Kader zurückgreifen kann, der auch bei Erschöpfung und Verletzung seiner Stars nicht auseinanderfällt, in dem er durchrotieren kann, wenn es sein muss. 

Maximilian Philipp,Lucien Favre

In bisher elf Bundesliga-Einsätzen gelang Maximilian Philipp lediglich ein Tor



In einem Meister-Kader sind auch jene Spieler von Bedeutung, die, auch wenn sie fast in Vergessenheit geraten, da sind, wenn man sie braucht. Sich in einem Starensemble für die Joker-Rolle zu empfehlen - auch dafür ist die Rückrunden-Vorbereitung da. Das erste Testspiel des BVB am heutigen Montag war dann eben so eine Chance. Und gab es auch sonst bei wild durchgewürfelter Aufstellung und zahlreichen verletzt ausfallenden Stars wenige Erkenntnisse, tat sich beim knappen 3:2-Sieg gegen Dortmund-Bezwinger ​Fortuna Düsseldorf doch einer besonders hervor: Stürmer Maximilian Philipp. Der Mann, der in der Bundesliga-Hinrunde nur ein Spiel über 90 Minuten absolvieren durfte, drehte bei seinem 45-Minuten-Einsatz gegen die Fortunen mit zwei sehenswerten Toren innerhalb von nur vier Minuten die Partie zu Gunsten von Schwarz-Gelb. 


Ein Ausrufezeichen des Ex-Freiburgers, der seinem Coach nach persönlich glückloser Hinrunde zeigt, dass er jetzt, zu Beginn der heißen Phase, fit ist und bereit, auch gegen größere Gegner mehr Verantwortung zu übernehmen. Bei allem berechtigten Lob für seine Angriff-Kollegen Sancho, Alcácer und Co. ist das aller Ehren wert!