Borussia Mönchengladbach erwies sich in den vergangenen Jahren als exzellentes Sprungbrett für junge Spieler, die sich im Profifußball etablieren wollen. Eines der jüngeren Beispiele ist Innenverteidiger Andreas Christensen, der von 2015 bis 2017 leihweise für die 'Fohlen' spielte und plötzlich regelmäßig in der Startelf des FC Chelsea stand. Unter Maurizio Sarri kommt der Däne jedoch nur selten zum Zug, weshalb in den vergangenen Monaten immer wieder über eine Rückkehr an den Niederrhein spekuliert wurde. Doch wie Trainer Dieter Hecking im Gespräch mit der Rheinischen Post durchblicken ließ, sei solch ein Szenario alles andere als denkbar. 


Dass die Borussia noch lange kein Verein ist, der seine Star-Spieler halten kann, ließ kürzlich Alassane Plea durchblicken. Der Rekordeinkauf, der mit neun Toren und drei Vorlagen in 17 Einsätzen zu überzeugen wusste, ​erklärte gegenüber dem französischen TV-Sender Canal+: "Ich habe Pläne. Ich will bei den besten Klubs spielen. Ich wollte einen Zwischenschritt einlegen, deswegen bin ich zu Gladbach gewechselt."


Diesen "Zwischenschritt" wählten bereits Spieler wie Marco Reus, Jannik Vestergaard, Granit Xhaka oder Max Kruse, doch auch Eigengewächse wie Mahmoud Dahoud oder Marc-André ter Stegen wagten irgendwann den Sprung zum nächsten Verein.

​Einige von ihnen, wie beispielsweise Reus, Xhaka oder ter Stegen, konnten sich bei ihren neuen Station durchsetzen. Bei Andreas Christensen, der seit Sommer 2017 wieder für den FC Chelsea aufläuft, sah es zunächst ebenfalls so aus, als hätte der Däne sein Ziel erreicht. Unter Antonio Conte absolvierte er in der abgelaufenen Saison 40 Pflichtspiele, fuhr im Sommer schließlich zur Weltmeisterschaft und stand in allen vier Partien der dänischen Nationalmannschaft auf dem Platz.

Vidi FC v Chelsea FC - UEFA Europa League - Group L

     Mittlerweile nur noch Bankdrücker: Andreas Christensen



Unter Maurizio Sarri stehen allerdings nur zehn Einsätze zu Buche - sechs davon in der Europa League. Vor einem Jahr verlängerte der Innenverteidiger seinen Vertrag bis 2022, doch aufgrund mangelnder Perspektive wird immer wieder über einen Abgang des 22-Jährigen spekuliert. 


​Bereits im Oktober führte die Spur zurück zur Borussia, wenngleich Sportdirektor Max Eberl die Gerüchte umgehend revidierte: "Die Thematik kommt auf, weil Andreas bei uns zwei fantastische Jahre hatte und für mich in den Zeitraum wahrscheinlich einer der besten Innenverteidiger in der Bundesliga war, er hat gegen alle Größen des Sturms gespielt. Aber die Thematik stellt sich für uns momentan wirklich nicht", sagte er vor wenigen Monaten gegenüber Sky (via ​transfermarkt.de).


Hecking: Rückkehr aus finanziellen Gründen nicht möglich


Seither ist einige Zeit vergangen, das Transferfenster mittlerweile geöffnet - doch die Meinung hat sich bei den Verantwortlichen nicht geändert: "Wenn Max Eberl morgen zu mir käme und sagt, dass wir diesen Spieler bekommen könnten, würde ich sofort zuschlagen. Andreas würde ich direkt nehmen", gibt Hecking gegenüber der Rheinischen Post offen zu. Besonders realistisch hält er dieses Szenario allerdings nicht: "Um einen Spieler aus der Premier League, dazu noch dänischer Nationalspieler, zu bekommen, wäre eine Ablöse im deutlich zweistelligen Millionenbereich nötig."

Borussia Moenchengladbach v 1. FSV Mainz 05 - Bundesliga

   Realismus und Bodenständigkeit stehen in Gladbach an oberster Stelle - auch deshalb weist Dieter Hecking die Gerüchte entschieden zurück   



Das zusätzliche Gehalt liege "deutlich über dem Niveau" der 'Fohlen', weshalb der Trainer schlussfolgert: "Das ist unrealistisch." Ohnehin sieht der 54-Jährige kaum Handlungsbedarf bei seiner Mannschaft, die nach einer starken Hinrunde auf dem dritten Tabellenplatz überwintert: "Es gibt ja zwei Möglichkeiten: Entweder holt man Spieler, die einen auf Sicht weiterbringen sollen oder die einem sofort helfen. Da muss man genau abwägen, was man macht. Und wir haben schon einen großen Kader. Im Moment würde es also wenig Sinn machen, weitere Spieler zu verpflichten."


Der Kader sei "homogen", die "Notwendigkeit" für neue "Reizpunkte" nicht vorhanden. Stattdessen sollen die wenigen Defizite intern beseitigt werden: "Ich denke, viel müssen wir nicht korrigieren, aber natürlich suchen wir weiter, wo wir noch etwas besser machen können. Die 33 Punkte nach 17 Spielen sind sehr gut, eine tolle Ausgangslage, aber wir müssen weitermachen." Soll heißen: Auch ohne Andreas Christensen kann die Borussia künftig erfolgreich Fußball spielen.