Nur acht Mal kam Julian Weigl in der abgelaufenen Hinrunde für Borussia Dortmund zum Einsatz - zu wenig für den Mittelfeldspieler, der den Verein offenbar so schnell wie möglich verlassen will. Seit geraumer Zeit wird der 23-Jährige mit Paris St. Germain in Verbindung gebracht, doch die Verantwortlichen machten zuletzt deutlich, im Januar lediglich die Spieler abzugeben, die schon im Sommer auf der Streichliste standen. Weigl gehörte nicht dazu, und zwar aus gutem Grund.


Als der BVB im Sommer 2015 das Rennen um Weigl, der zuvor bei 1860 München ausgebildet wurde, gewann, entdeckte Thomas Tuchel auf Anhieb das Potenzial des fünffachen Nationalspielers. Im System des heutigen Trainers von Paris St. Germain entwickelte er sich zum Taktgeber der Mannschaft, der das Spiel aus der Zentrale heraus waltete und sich schnell einen Platz in der Startelf eroberte.

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Dass beide Seiten gerne wieder zusammen arbeiten würden, ist daher wenig verwunderlich. Denn während Weigl noch in der abgelaufenen Spielzeit unter Peter Bosz und Peter Stöger insgesamt 25 Bundesliga spiele absolvierte, setzte Lucien Favre ihn erst vier Mal ein.


Neben PSG zeigen auch die AS Rom und Tottenham Hotspur Interesse, doch wie die Sport Bild erneut meldet, werde Weigl im Winter keine Freigabe erhalten. Schon im Dezember bekräftigte Sportdirektor Michael Zorc laut ​kicker, dass die Dortmunder "keinen Spieler abgeben wollen, den wir zum Erreichen unserer Ziele brauchen."


Sollte Witsel ausfallen, ist Favre auf Weigl angewiesen


Man benötige vier Spieler für die Positionen im defensiven Mittelfeld, so der 56-Jährige. Soll heißen: Während Axel Witsel und Thomas Delaney regelmäßig von Anfang an auflaufen, sind Weigl und Mahmoud Dahoud als Ersatz geplant.

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Ähnlich sieht es auch Favre: Demnach plane der Schweizer weiterhin mit Weigl als Backup für Witsel, falls sich dieser verletzen sollte. Der 29-Jährige wechselte nach der Weltmeisterschaft von Tianjin Quanjian zum BVB, wurde auf Anhieb Stamm- und Führungsspieler und gilt als einer der größten Faktoren für den bisherigen Erfolg des Herbstmeisters. 


Umso wichtiger ist es, einen adäquaten Ersatz in der Hinterhand zu haben. Ähnlich wie Christian Pulisic, der trotz des beschlossenen Transfers zum FC Chelsea erst in der kommenden Saison an der Stamford Bridge auflaufen wird, muss sich Weigl daher mindestens bis Saisonende mit seiner Rolle begnügen. Danach werden die Karten voraussichtlich neu gemischt. Wie lange Weigl noch in Schwarz-Gelb verweilen wird, bleibt daher offen.