Der Wechsel von ​Naldo zu AS Monaco wird immer konkreter. Wie Sky-Reporter Dirk große Schlarmann vermeldet, weilt der Innenverteidiger bereits zum Medizincheck in Monaco. Im Gespräch ist wohl eine Leihe. Morgen soll der Transfer dann öffentlich verkündet werden. Was bedeutet dies für den ​FC Schalke 04?


Zum jetzigen Zeitpunkt kommt der Transfer durchaus überraschend, hatten die Schalker den Vertrag mit Naldo doch erst ​im vergangenen Oktober verlängert. Wie große Schlarmann bei Sky weiter berichtete, sei diese Verlängerung aber mit dem Trainerteam wohl nicht ganz abgestimmt worden. Domenico Tedesco & Co. hätten eigentlich schon längerfristig ohne den 36-Jährigen geplant. Dieses falsche Signal "korrigiert man dann jetzt."

Naldo absolvierte in der Hinrunde 13 Pflichtspiele für die Knappen, vor allem gegen Ende der Hinrunde in der Bundesliga war er aber immer mehr außen vor. Rein sportlich scheint ein Abgang also auf den ersten Blick zu verkraften, es bedeutet aber auch: Mit Benjamin Stambouli, Matija Nastasic und Salif Sane verbleiben lediglich drei Innenverteidiger im Kader - obwohl Tedesco gerne mit einer Dreierkette spielen lässt.

Dies lässt zwei Möglichkeiten offen: Das System soll dauerhaft auf eine Viererkette umgestellt werden (wobei Stambouli dann im Zentrum nicht unbedingt perfekt passt), oder Manager Christian Heidel hat schon einen weiteren Innenverteidiger als Backup parat. Vor Kurzem kursierte der Name Mehdi Benatia durch die Medien, der bei​ Juventus Turin nicht zufrieden sein und über einen Wechsel nachdenken soll. Bleibt die Frage, wie Schalke den Marokkaner finanzieren will. Der Ex-Bayern-Spieler ist aber wohl kein ernsthaftes Thema.


Eine hohe Ablöse wird sich mit Naldo jedenfalls nicht mehr generieren lassen - wenn Monaco überhaupt etwas bezahlt. Stattdessen machen sich die Schalker eine neue Baustelle im Team auf und geben einen erfahrenen Mann ab, der auch abseits des Platzes wichtig für die Mannschaft und zudem bei den Fans sehr beliebt ist. Dies könnte auch Heidel wieder Kredit beim eigenen Anhang kosten. 


Heidel gerät unter Zugzwang


Eines ist wohl klar, mit dem Verkauf von Naldo - der finanziell nicht sonderlich lukrativ werden dürfte - macht sich Königsblau ohne Not die nächste Baustelle auf. Das Team verliert einen Führungsspieler, der auch von der Bank aus großen Einfluss auf ein teils sehr junges Team nehmen kann. Und Tedesco hat nun noch weniger Möglichkeiten in der Defensive. Christian Heidel macht sich damit weiter unbeliebt - und muss dringend noch im Winter einen neuen Abwehrspieler präsentieren.