Bundesliga-Prognose: So könnte die Tabelle nach 34 Spieltagen aussehen

Wer wird Meister? Wer kommt in die Champions League? Wer steigt ab? Fragen, auf die man noch keine Antworten weiß, aber die zumindest Diskussionsstoff bieten. Wir haben zum Jahreswechsel mal die Kristallkugel angeworfen und blicken auf die mögliche Endtabelle der Bundesliga-Saison 2018/19:

18. 1. FC Nürnberg

Seit dem sechsten Spieltag (3:0 gegen Düsseldorf) hat der 1. FC Nürnberg nicht mehr gewinnen können. Nur noch drei Unentschieden kamen seither hinzu. Trainer Michael Köllner bevorzugt einen offensiven Spielstil, stößt im Oberhaus aber an Grenzen. Aktuell gibt es wenig Hoffnung, doch eine Siegesserie wie die von Fortuna Düsseldorf könnte die Franken schnell mal ein paar Plätze nach oben katapultieren. Nürnberg hat genau wie Hannover erst elf Punkte gesammelt, und benötigt deutlich über 20 Punkte in der Rückrunde, um den Abstieg abzuwenden. 

17. Hannover 96

Das zweite Jahr in der Bundesliga ist immer das schwerste. In Hannover 96 ist diese Regel Programm. Nach dem Aufstieg 2017 und einer starken Hinrunde, konnten die Niedersachsen schon in der letzten Rückrunde kaum Punkte einfahren. Die Probleme in allen Mannschaftsteilen sind zu markant: Das Team von Andre Breitenreiter wird den Abstieg wohl nicht verhindern können. 

16. Fortuna Düsseldorf

Binnen einer Woche hat sich Fortuna Düsseldorf im Abstiegskampf zurückgemeldet. Mit Siegen gegen Freiburg (2:0), Dortmund (2:1) und den direkten Konkurrenten Hannover 96 (2:1) hat sich das Team des ältesten Bundesligatrainers Friedhelm Funkel einen neuen Teamspirit entfacht. Mit reichlich Selbstvertrauen geht die Fortuna in die Rückrunde, doch wie in Stuttgart wird es wohl ein Kampf bis zum Schluss.

15. VfB Stuttgart

Fieberhaft versucht der VfB Stuttgart seine Mannschaft zu verstärken. Zahlreiche Offensivkräfte sind im Gespräch. Die sind auch dringend vonnöten, denn mit nur zwölf Toren nach 17 Spielen stellt Stuttgart den ungefährlichsten Angriff der Bundesliga. Aktuell rangiert die Mannschaft auf dem Relegationsplatz. Man kann davon ausgehen, dass es eng wird - bis zum 34. Spieltag. 

14. FC Augsburg

Der FC Augsburg spielt seit 2011 in der Bundesliga. Mittlerweile haben die Schwaben eigentlich das Attribut vom jährlichen Abstiegskandidaten abgestreift, aber in dieser Saison ist die Mannschaft von Manuel Baum wieder in den Keller gerutscht. Doch in Augsburg wissen sie, dass sie über genügend Qualität verfügen, die Klasse zu halten. Manager Stefan Reuter sprach sich gegen Winter-Transfers aus.

13. FSV Mainz 05

Die Raute im Mittelfeld, die Trainer Sandro Schwarz mitten in der Saison installierte, hat sich für den FSV Mainz 05 als Erfolgsrezept herausgestellt, nachdem man im Frühherbst ins Straucheln gekommen war. Häufig lässt Mainz den Gegner kaum zur Entfaltung kommen, mit nur 22 Gegentoren kann man auf eine durchschnittliche Abwehr bauen, doch die Offensive wirft Fragezeichen auf. Im Angriff hat nur Jean-Phillipe Mateta (5 Saisontore) auf sich aufmerksam gemacht.

12. SC Freiburg

Seit sieben Jahren ist Christian Streich Trainer des SC Freiburgs. Leidenschaftlich, aber unaufgeregt, führt Streich den Klub. Er weiß, was die Mannschaft kann - und was sie nicht kann. Gegen Bayern München (1:1) und RB Leipzig (3:0) gelangen den Breisgauern Achtungserfolge. 

11. FC Schalke 04

Absteigen wird der FC Schalke 04 wahrscheinlich nicht, dafür ist die Mannschaft zu stark. Doch Tedescos Truppe wird sich auch in der Rückrunde schwer tun, Siege einzufahren. Bislang gelang das erst fünfmal. Im Champions-League-Achtelfinale könnte man sich Selbstvertrauen holen, auch wenn man ausscheiden sollte, wofür vieles spricht. Doch die Offensivschwäche wird trotz Winter-Transfers nicht von heute auf morgen verschwinden. 

10. VfL Wolfsburg

Die Saison des VfL Wolfsburg verläuft bis jetzt in Phasen: Der Start war stark mit sieben Punkten aus den ersten drei Spielen, dann folgte bis Ende November eine längere Durststrecke. Seitdem haben die Wölfe fast alle Spiele (1:0 gegen Leipzig, 2:1 gegen Frankfurt, 2:2 gegen Hoffenheim, 2:0 gegen Nürnberg, 2:0 gegen Stuttgart, 3:2 gegen Augsburg) gewonnen, und sich auf Rang fünf vorgekämpft. Die jüngsten Ergebnisse - unter anderem gegen Top-Teams - sind beeindruckend, die Wölfe werden sich im oberen Drittel aber kaum halten können.

9. Hertha BSC Berlin

Genau wie Werder Bremen spielte Hertha BSC Berlin zu Saisonbeginn groß auf. Mit Ondrej Duda und Javairo Dilrosun spielten sich zwei Spieler in den Vordergrund, die fast aus dem Nichts kamen. Doch zuletzt verlor Hertha Anschluss an die Europa-League-Plätze. Das Team von Pal Dardai ist Durchschnitt, und wird es wahrscheinlich auch bleiben. 

8. Werder Bremen

Werder Bremen startete fulminant in die Saison, überzeugte als offensivstarkes Team, und fand sich plötzlich auf einem Champions-League-Platz wieder. Seit Ende Oktober wurde die Mannschaft von Florian Kohfeldt mehr und mehr entschlüsselt, seitdem kam nur noch ein Sieg (3:1 gegen Düsseldorf) hinzu. Doch viele Spiele gingen nur knapp verloren, Bremen konnte gegen Bayern München, Borussia Dortmund, Hoffenheim und Leipzig mithalten. Es wirkt, als ob mit dem jungen Kohfeldt Kontinuität auf der Trainerposition eingekehrt ist. Womöglich geht es ab Januar wieder aufwärts.

7. Bayer Leverkusen

Trotz zwei Siegen zum Ende der Hinrunde tauschte Bayer Leverkusen den Trainer aus. Der neue, Peter Bosz, der bei Borussia Dortmund scheiterte, soll die Werkself ins internationale Geschäft führen. Bosz startet mit einer ordentlichen Ausgangsposition (drei Punkte hinter dem Sechsten Eintracht Frankfurt). Passt der Niederländer seinen Risiko-Stil aus Dortmunder Tagen etwas an, ist für den derzeitigen Bundesliga-Neunten noch viel möglich. 

6. Eintracht Frankfurt

Das Überraschungsteam der Saison kommt aus Frankfurt. Zu Saisonbeginn wurde Trainer Adi Hütter bereits abgeschrieben, doch mit fortschreitender Dauer stellten sich die Ergebnisse ein, die Mannschaft entwickelte eine exzellente Teamchemie, und spielt sowohl in der Bundesliga als auch in der Europa League über den Erwartungen.  

5. TSG 1899 Hoffenheim

Momentan steht die TSG 1899 Hoffenheim zwar noch auf Platz sieben, doch die Teams im Tabellenmittelfeld sind eng beisammen. In der Champions League sammelte Hoffenheim schmerzhafte, aber wichtige Erfahrungen, die ihnen im Bundesliga-Alltag helfen werden. Trainer Julian Nagelsmann führte die Kraichgauer schon im letzten Jahr nach einer durchschnittlichen Hinserie auf den vierten Platz. Ein ähnliches Szenario ist auch 2018/2019 vorstellbar. 

4. RB Leipzig

RB Leipzig lässt sein Potenzial oft aufblitzen, wird aber immer wieder von Konstanzproblemen heimgesucht. Nach einem überzeugenden 3:0-Sieg gegen Leverkusen im Novermber verlor die Mannschaft von Trainer Ralf Rangnick beispielsweise das folgende Spiel gegen den VfL Wolfsburg. Nach dem Aus in der Europa-League-Gruppenphase können sich die Sachsen aber komplett auf die Bundesliga konzentrieren. Mit Timo Werner und Yussuf Poulsen hat man zudem zwei Topstürmer in den eigenen Reihen.

3. Borussia Mönchengladbach

In den Meisterschaftskampf wird Mönchengladbach voraussichtlich nicht mehr eingreifen können, dennoch ist die Borussia ein Kandidat für die Champions-League-Plätze. Die Mannschaft wirkt gefestigt, ausgeglichen und perfekt eingestellt vom erfahrenen Dieter Hecking. Mit einem Torverhältnis von 36:18 kommt Mönchengladbach auf denselben Wert wie die Bayern. 

2. FC Bayern München

Auch wenn Dortmund sechs Punkte und acht Tore vor dem FC Bayern liegt, sind die Roten noch längst nicht aus dem Meisterschaftsrennen. In den letzten Wochen haben sich die Bayern stabilisiert, zudem wird ein vollkommen fitter Kingsley Coman in der Rückrunde für Furore sorgen. Winter-Neuzugang Alphonso Davies (18) ist ein Gimmick für den Rekordmeister, und wird eher nützen als schaden. Gewinnt München am 28. Spieltag das direkte Duell gegen Dortmund im eigenen Stadion, sollte noch alles drin sein. Die Formschwächen von Jerome Boateng und Mats Hummels könnten jedoch den Unterschied ausmachen, und sprechen für eine Dortmunder Meisterschaft.

1. Borussia Dortmund

Spiele von Borussia Dortmund bereiten Spaß: Marco Reus und Jadon Sancho wirbeln in der Offensive. Mit Paco Alcacer steht ein gnadenloser Stoßstürmer zur Verfügung. Die Abwehr ist jung, hungrig und lernwillig. Trainer Lucien Favre hat binnen kürzester Zeit eine Mannschaft aufgebaut, die sieben Jahre nach dem letzten BVB-Meistertitel unter Klopp den Borsigplatz im Mai erneut in eine Partymeile verwandeln könnte.