Wegen eines Mittelfußbruches hätte Nationaltorhüter Manuel Neuer im Sommer 2018 beinahe die Weltmeisterschaft in Russland verpasst. Dass er gerade rechtzeitig wieder auf dem Platz stand, half bei dem Turnier am Ende wenig, wie sich nun herausstellte setzte der ​Bayern-Keeper beim Vorrunden-Aus sogar seine Karriere aufs Spiel. 


Fast ein ganzes Jahr seiner erfolgreichen Karriere investierte Manuel Neuer in der Saison 2017/18, um seinem Körper die Chance zu geben, vollständig zu heilen. Der Mittelfußbruch, der ihn wiederholt zurückwarf, sollte ihn nicht an seinem Vorhaben hindern, bei einer weiteren Weltmeisterschaft zwischen den Pfosten der deutschen Nationalmannschaft zu stehen. 


Denkbar knapp ging der Plan des gebürtigen Gelsenkircheners auf. Eine WM-Gruppenphase später hatte Neuer dann, früher als erhofft wieder Freizeit - immerhin mal nicht seiner Gesundheit wegen, sondern weil "die Mannschaft" so schwach spielte wie seit deutlich über einem Jahrzehnt nicht mehr. 

FC Bayern Muenchen v 1. FC Nuernberg - Bundesliga

In Verein wie Nationalmannschaft trägt Manuel Neuer die Kapitänsbinde.


Aus einem Interview mit der Süddeutschen Zeitung geht nun hervor, dass das Karriereende des zweimaligen Fußballers des Jahres nicht so weit entfernt war wie bisher vermutet. "Ein erneuter Rückfall vor der WM hätte die ganze Sache womöglich beenden können", so der 32-jährige Schlussmann in dem Gespräch.


Trotz des enttäuschenden Turnierverlaufs: Dass der Fuß der deutschen Nummer Eins hielt, war folglich schon ein echter Erfolg. Heute habe er mit der langwierigen Verletzung ohnehin kein Problem mehr, wisse es aber "sehr zu schätzen, dass ich noch dabei und wieder topfit bin".


Nun möchte der Weltmeister von 2014 das klägliche Ausscheiden bei der WM in Russland wieder wett machen:


"Wir haben jetzt den Anspruch, uns vor Holland als Gruppenerster für die EM zu qualifizieren. Die Leute sollen wieder eine Nationalmannschaft sehen, die richtig Spaß macht - und wieder gern ins Stadion kommen". 


Spekulationen über einen fälligen Generationenwechsel im deutschen Team möchte Neuer sich derweil nicht einfach so beugen. Er sei "überhaupt nicht satt" und "habe immer noch das große Bedürfnis, in der Nationalmannschaft zu spielen und mit ihr Titel zu gewinnen."