​Trotz zuletzt guter Ergebnisse setzte die Führungsetage von ​Bayer 04 Leverkusen ihren Cheftrainer ​Heiko Herrlich kurz vor Weihnachten vor die Türe und stellten mit Peter Bosz einen neuen Coach vor. TV-Experte ​Matthias Sammer ließ im Anschluss kein gutes Haar an den Verantwortlichen der Werkself. Geschäftsführer Rudi Völler ließ die Kritik aber nicht auf sich sitzen und blies nun zum Gegenangriff.


Drei Siege aus den letzten vier Ligaspielen waren für Herrlich nicht ausreichend, um seinen schweren Stand in Leverkusen zu verbessern. Sammer, der in seiner Zeit bei Borussia Dortmund mit dem ehemaligen Stürmer zusammengearbeitet hatte, sah sich in der Folge dazu veranlasst, den Umgang mit seinem ehemaligen Weggefährten hart zu kritisieren. Dabei warf er der Führungsspitze von Bayer laut Sport1 vor, den Coach nicht ausreichend in Schutz genommen zu haben. Er bezeichnete die so entstandene "Trainer-Diskriminierung" als "schäbig" und hinterfragte "Anstand und Moral" bei den ausführenden Personen.

Da auch Rudi Völler bekanntlich nicht um eine öffentliche Stellungnahme verlegen ist, ließ der Konter nicht lange auf sich warten. So gab der 58-Jährige gegenüber dem kicker zu Protokoll, dass eine solche Aussage der Qualität des BVB-Beraters "gar nicht würdig sei". Dabei sprach er dem 51-Jährigen in diesem Fall die Fähigkeit ab, die Situation objektiv zu bewerten. "Matthias ist ein alter Spezi von Heiko. Das weiß ich einzuordnen. Das ist kein Problem", so Völler.


Vielmehr störte sich der ehemalige Bundestrainer daran, dass Sammer der Werkself vorgeworfen hatte, ein zu bequemes Umfeld und eine Art Wohlfühloase für die Spieler aufgebaut zu haben. "Das ist mir viel zu populistisch. Und Matthias weiß auch, dass das nicht der Grund war. Weil ich weiß, dass Matthias, wenn man mit ihm unter vier Augen spricht, es nicht so sieht, wie er es gesagt hat. Da ging es ihm nicht um die Spieler, sondern um die Spielanlage", versuchte der erfahrene Funktionär eine Grundsatzdiskussion gar nicht erst aufkommen zu lassen.