Mit 40 Jahren spielt Claudio Pizarro inzwischen seine 20. Profisaison, seinen Karrierespätherbst verbringt er beim ​SV Werder Bremen. Im Sommer nahm sein Heimatland Peru nach 1982 erstmals wieder an einer Weltmeisterschaft teil, Pizarro allerdings war kein Teil des Nationalmannschaftkaders. Ein Aspekt, der noch heute an ihm nagt, wie er gegenüber Radio Bremen erklärt.


Insgesamt 85 Länderspiele absolvierte Claudio Pizarro für Peru, 20 Treffer erzielte er für sein Land. Die Hoffnung war daher groß beim Oldie, im vergangenen Sommer mit Peru zur Weltmeisterschaft nach Russland zu fahren. Eine Nominierung für den Kader aber blieb aus. „Das war der schwierigste Moment meiner Karriere. Ich habe keinen Anruf bekommen, sondern es aus der Presse erfahren“, so der Stürmer bei Radio Bremen.

Peru v Paraguay 3rd Place Playoff - 2015 Copa America Chile

Führte sein Land als Kapitän an - fuhr aber nicht mit zur WM: Claudio Pizarro (l.)



2016 war sein letzter Einsatz im Trikot der Nationalmannschaft, damals führte er die Mannschaft Ende März als Kapitän gegen Uruguay aufs Feld und verlor 0:1. Weiter führt er zur Nichtnominierung aus: „Das hat mir auch ein bisschen wehgetan, denn ich war dort lange Kapitän – mehr als 20 Jahre von meiner Karriere habe ich für Peru gespielt, schon in der U17. Ich habe alles für mein Land gegeben und auf einmal war ich nicht mehr dabei. In so einem Moment, wo ich vier WM-Qualifikationen gespielt und alles getan habe für mein Land, dann kommt so eine Situation. Das war sehr schwierig für mich. Ich bin traurig und enttäuscht, es tut mir weh. Natürlich trifft der Trainer in diesem Moment die Entscheidung. Das muss man akzeptieren. Aber die Sache wird mir noch lange wehtun.“


Inzwischen muss sich der 40-Jährige aber auch mit dem Ende seiner Karriere beschäftigen. Die Frage, wie lange der Körper auf dem Niveau noch mithalten kann, stellt sich immer stärker. Doch auch die WM im vergangenen Sommer war ein Anreiz, wie er sagt. „Ich habe lange gespielt, weil ich Lust hatte. Und auch, weil ich gerne bei einem großen Turnier wie einer WM mitspielen wollte. Ich glaube, ich kann dem Fußball noch etwas geben. Nicht nur für die Fans oder mich selbst, sondern für die jungen Spieler, die nach mir kommen. Das ist für mich sehr wichtig. Ein bisschen von meiner Erfahrung erzählen oder ihnen zeigen, was ich noch kann, so dass die Jungs ein bisschen Inspiration bekommen.“


Ob er auch im nächsten Jahr den Bremer Talenten unter die Arme greifen kann, bleibt abzuwarten. „Das kann ich jetzt nicht sagen. Die Frage kommt wirklich oft. Die Wahrheit ist, dass ich es nicht sagen kann. Ich muss jede Woche, jeden Tag sehen, wie der Körper ist. Dann kann ich eine Entscheidung treffen. Momentan ist alles gut. Aber ich weiß nicht, was in einem, in zwei oder in fünf Monaten passiert. Jetzt habe ich Bock, ja. Und Bock habe ich eigentlich fast immer.“ Klingt fast so, als würde Pizarro auch im kommenden Herbst noch bei Werder spielen.