​Der vierte Advent 2018 ist ein wichtiger Tag für ​Hannover 96. Nach der neuerlichen Niederlage am Samstag gegen ​Fortuna Düsseldorf wird es an diesem Tag sowohl ein Treffen zwischen Trainer und Mannschaft, als auch zwischen den Verantwortlichen geben, um die Ausrichtung im Kampf um den Klassenerhalt zu besprechen.


Für die Mannschaft geht es dabei auch um eines: Gibt es Weihnachtsferien oder nicht? Vor den beiden Partien gegen den SC Freiburg und die Fortuna drohte Trainer Andre Breitenreiter seinem Team noch, ​den Urlaub zu streichen, sollte es weniger als drei Punkte geben. Die 96er holten lediglich einen Zähler - doch mit Blick auf die Aussagen von Breitenreiter sieht es so aus, als wäre es eine leere Drohung gewesen. "Die Urlaubssperre war ausschließlich als Hilfestellung für die Mannschaft gedacht. Denn sowas schweißt mehr zusammen, als dass der Urlaub gestrichen werden könnte", erklärte der Coach am Samstag.


"Es ging darum, die Einheit wiederherzustellen. Das Mittel hat gegriffen, die Mannschaft ist in Freiburg und gegen Düsseldorf wieder als verschworene Einheit aufgetreten und hat zusammen gekämpft", sagte Breitenreiter weiter. Am Sonntagmorgen geht es also vor allem darum, dies weiter zu stärken. "Wir treffen uns morgen früh. Dann schauen wir mal", sagte Mittelfeldspieler Pirmin Schwegler. "Die nächsten Tage wird alles angesprochen, da kommt alles auf den Tisch. Es muss vieles besser werden."


Das sieht wohl auch Präsident Martin Kind so, der laut Bild am Mittag des selben Tages seinen Trainer Breitenreiter und Manager Horst Heldt zum Gespräch bittet. Es soll vor allem um Wintertransfers gehen. Denn Kind kündigte bereits am, im Winter noch einmal nachlegen zu wollen. Eine Trainerdiskussion wird es dabei nicht geben: Der 96-Präsident​ stärkte Bereitenreiter vor dem Düsseldorf-Spiel nochmal den Rücken und stellte klar, dass es keinen Trainerwechsel geben wird.


"Auch bei einer Niederlage gegen Düsseldorf ist Andre Breitenreiter im Jahr 2019 unser Trainer", erklärte Kind, bescheinigte seinem Übungsleiter eine gute Arbeit und möchte stattdessen "alternative Strategien zum Mittel Trainer-Wechsel" finden. Das bedeutet natürlich, dass der Kader verstärkt werden muss. Hier wird jetzt ganz besonders Horst Heldt gefordert sein, denn ansonsten gibt es vielleicht bald eine Diskussion um den Manager.

Sport-Club Freiburg v Hannover 96 - Bundesliga

Horst Heldt ist seit März 2017 Manager von Hannover 96



Ende November hatte Martin Kind in der Neuen Presse bereits die Kaderzusammenstellung von Breitenreiter und Heldt kritisiert: "Die beiden haben die Mannschaft zusammengestellt. Die Planungen lauteten anders, und die Beurteilung der Transfers war auch deutlich anders als sich jetzt zeigt." Lediglich auf die klammen finanziellen Mittel, auf die Breitenreiter verwies, wollte Kind dies aber nicht schieben: "In der letzten Saison hatten wir eine preiswertere Mannschaft, die erfolgreicher gespielt hat."


Breitenreiter ist trotz allem scheinbar fest im Sattel und es gibt momentan zumindest keine öffentlichen Anzeichen dafür, dass Horst Heldt um seinen Job fürchten muss. Doch nach der Ankündigung von Kind, im Winter gegen die finanzielle Vernunft noch einmal investieren zu wollen, dürfte klar sein, dass der Manager jetzt liefern muss. Hannovers Präsident wird am Sonntag Lösungsansätze erwarten und sicher auch Vorschläge für finanzierbare Transfers, die dem Team sofort helfen. Hoffentlich hat Heldt welche parat.