​Nach dem schwachen Auftritt des ​FC Schalke 04 am vergangenen Mittwoch werden die kritischen Stimmen in Gelsenkirchen immer lauter. Auch zwischen den Spielern und dem Trainer Domenico Tedesco ​​soll es Probleme geben. Auf der Pressekonferenz vor dem Spiel gegen den ​VfB Stuttgart äußerte dieser sich nun zur Situation in der Mannschaft und übte auch leise Kritik am Publikum.


Sollte das Bundesligaspiel am Samstag in Stuttgart verloren gehen, könnte der FC Schalke 04 auf dem Relegationsplatz überwintern. Längst ist klar, dass sich der amtierende Vizemeister im Abstiegskampf befindet und nicht nach oben schauen muss. Problematisch ist vor allem die eigene Offensive, die oftmals ideenlos wirkt und zu den schwächsten der Liga gehört. Allein der vielen Ausfälle im Angriff kann hier aber nicht die Schuld gegeben werden.


Doch was dann? Der Rotation, die angeblich von der Mannschaft angeprangert wird? Nein, findet Tedesco: "Wir müssen mit Rotation leben können." Und der Coach lieferte die Gründe dafür gleich mit: Belastungssteuerung (Schalke ist noch in allen drei Wettbewerben vertreten), Verletzungen und Leistung. Deshalb habe man auch so einen großen Kader. 


Nichtsdestotrotz erwartet der 33-Jährige eigentlich mehr von seinem Team: "Wir machen im Training sehr, sehr viele Abläufe. Wir hatten eine sehr, sehr gute Sommervorbereitung, deswegen stimmen die Abläufe. Jeder Spieler weiß, wie sein Nebenmann funktioniert, wie er tickt, welche Laufwege er hat." Dass durch die Rotation davon etwas verloren gehe, sei naheliegend - doch die Spieler müssten damit umgehen können.


Intern soll laut Tedesco alles in Ordnung sein: "Grundsätzlich gibt es keine Einzelspieler, die sich jetzt verpissen. Wir möchten kein Spiel verlieren und da werde ich mich auch nicht dran gewöhnen. Sobald die Mannschaft zeigt, dass sie ein Spiel gewinnen will und dementsprechend auch viel versucht - wie in Durchgang zwei gegen Leverkusen -, dann kann man ihr nichts vorwerfen." Doch genau das tun Teile des eigenen Anhangs und dies gefällt dem Schalker Trainer nicht wirklich.




Zwar habe der Fan immer recht, aber: "Wenn man sich die Arena anguckt... Es ist manchmal für einen jungen Spieler nicht ganz einfach, das soll aber kein Alibi sein. Wenn ein Spieler bei Schalke unterschreibt, dann muss er wissen, dass wir ein emotionaler Klub sind. Wenn wir versuchen, das Spiel gegen Leverkusen zu beruhigen, gehört ein Rückpass mal dazu, dann wird gepfiffen. Wenn wir nach vorne spielen, heißt es, wir sind mit dem Kopf durch die Wand. Es ist nicht ganz einfach." 


Beim Spiel in Stuttgart am kommenden Samstag geht es nun darum, die verkorkste Hinrunde mit einem guten Gefühl zu beenden. "Wir wollen beim VfB gewinnen, mit einem Dreier in Winterpause gehen", sagte Tedesco. Anschließend ist genug Zeit für die kritische Analyse, die Manager Christian Heidel ankündigte. "Wir werden alles hinterfragen; versuchen, Schwachstellen aufzudecken und zu verbessern." Tedesco ist damit allerdings nicht gemeint. "Wir werden sicherlich nicht den Trainer wechseln", stellte Heidel klar.