​Die ​TSG 1899 Hoffenheim hatte am Dienstag beim Abschlusstraining vor dem Auswärtsspiel in Bremen einen ungebetenen Gast. Eine Drohne, die mittlerweile einem ​Werder-Scout zugeordnet werden konnte, flog über der nicht öffentlichen Trainingseinheit. Hoffenheims Cheftrainer Julian Nagelsmann nahm die Aktion relativ gelassen zur Kenntnis, wurde in einem Punkt jedoch deutlich.


Am Mittwochnachmittag teilten die Kraichgauer offiziell mit, dass beim Abschlusstraining am Tag zuvor "eine Drohne ohne Erlaubnis über den Trainingsplatz geflogen" sei. "Die Angelegenheit wurde der Polizei übergeben. Sie hat bereits die Ermittlung aufgenommen", erklärte TSG-Pressesprecher Holger Kliem. "Ich habe das im Training wahrgenommen, ohne zu wissen, wem sie gehört. Es steht ja nicht auf der Drohne und es war keine Flagge dran", wird Nagelsmann von der Bild-Zeitung zitiert. 

"Mehr habe ich nicht wahrgenommen. Um alles andere hat sich der Verein gekümmert, die Sicherheits-Beauftragten", führte der Übungsleiter weiter aus. Der 31-Jährige könne durchaus nachvollziehen, dass Vereine versuchen, möglichst viel über den Gegner in Erfahrung zu bringen. "Da gibt’s auch kein böses Wort von mir", so der TSG-Coach. "Es geht einzig und alleine um den Sicherheitsaspekt." 


In Deutschland ist der Einsatz von Drohnen über Menschen nicht erlaubt. "Da muss man aufpassen. Falls man mit solchen Dingern über Menschen fliegt und die Technik versagt, dann kann das keine guten Folgen haben", betonte Nagelsmann. Mittlerweile steht fest, dass es sich bei dem Drohnenpiloten um einen Scout von ​Werder Bremen gehandelt hat. 

"Wir haben viele Scouts, die versuchen, einen guten Job zu machen", erklärte Bremens Geschäftsführer Frank Baumann am späten Mittwochabend nach dem 1:1-Untenentschieden. "Das Thema ist nicht so heiß." Der Ex-Profi versicherte zudem, dass weder er noch ​Cheftrainer Florian Kohfeldt vom Einsatz der Drohne gewusst haben. "Alles, was illegal ist, ist natürlich nicht akzeptabel", zitiert der kicker den 43-jährigen Funktionär.