​Uli Hoeneß ist beim ​FC Bayern München sowohl Präsident des Vereins als auch Aufsichtsratsvorsitzender der AG. Diese Doppelrolle wurde nun vom renommierten Wirtschaftsexperten Peter Dehnen kritisiert. Ein Beratungsangebot lehnte Hoeneß bislang offenbar ab.


Peter Dehnen ist bereits seit vielen Jahren als Berater von Gesellschaftern, Managern und Aufsichtsräten bei "wichtigen unternehmerischen und beruflichen Entscheidungen" (eigene Homepage) tätig. Zudem war Dehnen 2012 Mitgründer der Vereinigung der Aufsichtsräte in Deutschland e. V. (VARD) und ist deren Vorsitzender. In der Welt am Sonntag kritisierte der Wirtschaftsexperte die Aufsichtsratsstruktur des FC Bayern und insbesondere die Doppelrolle von Uli Hoeneß.


Die Bayern seien derzeit von Grundsätzen guter Unternehmensführung "weit entfernt." Laut eigener Aussage habe er dem Rekordmeister "schon mehrmals Gespräche angeboten". Allerdings erfolglos: "Herr Hoeneß hat es bislang aber nicht für nötig befunden, auf dieses aufrichtige Angebot auch nur zu antworten", sagte Dehnen.

FC Bayern Muenchen Annual General Assembly

Auf der Jahreshauptversammlung wuchs auch die Kritik der Fans an Uli Hoeneß


Der VARD-Vorsitzende sieht vor allem die Doppelfunktion von Hoeneß als Präsident des Vereins und Aufsichtsratsvorsitzenden der AG als problematisch an. "Dadurch verschwimmen die für die Führung wichtigen Grenzen zwischen diesen beiden Ämtern." Aus diesem Grund entspreche dies nicht "dem rechtlichen und faktischen Ordnungsrahmen für die Leitung eines Unternehmens."


Die Aufgabe des Aufsichtsrates bestehe darin, ein Unternehmen und zu kontrollieren, das Management zu fordern und kritisch zu überprüfen - das alles sei in München nicht der Fall. "Beim FC Bayern sitzen aber vor allem Sponsoren im Aufsichtsrat. Damit fehlt es diesem Gremium an Unabhängigkeit und Distanz", erklärte Dehnen.


"Die Frage muss schon erlaubt sein, wie viel die Arbeit von Uli Hoeneß mit einem verantwortungsvoll handelnden Aufsichtsratsvorsitzenden derzeit noch zu tun hat", führte Dehnen weiter aus. ​Hoeneß wirke auf ihn derzeit wie ein Unternehmer "der sein Nachfolgeproblem nicht gelöst bekommt, weil er seine Nachfolge gar nicht als Problem sieht. Damit aber setzt er die Zukunft der gesamten Firma aufs Spiel."