​Als ​Eintracht Frankfurt vor wenigen Monaten in eine Europa-League-Gruppe mit Lazio Rom, Olympique Marseille und Apollon Limassol gelost wurde, räumten viele Experten dem Team von Trainer Adi Hütter nur wenig Chancen ein. Die Hessen zeigten es jedoch ihren Kritikern und pflügten mit sechs Siegen durch die Gruppe H. Am Donnerstagabend krönten die Adler ihre sensationelle Leistung.


Durch den sechsten Sieg im letzten Gruppenspiel gegen Lazio Rom gelang der Eintracht eine historische Bestmarke. Keinem deutschen Team war dieses Kunststück zuvor gelungen. Dabei bewies der Bundesligist wieder einmal eine gute Moral und konnte einen Rückstand noch in einen Dreier verwandeln. Nach dem 2:1-Auswärtssieg zeigten sich daher Trainer und Mannschaft sehr zufrieden und waren zurecht stolz auf ihr Abschneiden.

Trainer Adi Hütter unterstrich gegenüber der Vereinsseite der Frankfurter die starke Einstellung seiner Spieler. "Wir wollten von vorneherein mit Mentalität in das Spiel gehen. Das Team hat die Vorgaben perfekt umgesetzt und auch nach dem Rückstand weitergemacht. Sie ist super mit der Situation umgegangen und hat klasse reagiert", so der Cheftrainer. In einer derart schweren Gruppe diesen Rekord aufzustellen sei "schon stark". Getrübt wurde die Stimmung des Schweizers jedoch durch die verletzungsbedingte Auswechslung von Makoto Hasebe, dessen genaue Diagnose man noch abwarten muss.


Ein Garant für den Erfolg war Mijat Gacinovic, dem per traumhaftem Fernschuss der zwischenzeitliche Ausgleichstreffer gelungen war. "Ich treffe ja nicht so oft, aber das war schon ein gutes Ding, ich habe den Ball perfekt getroffen. Das ist mir schon länger nicht mehr gelungen. Vielleicht klappt es in Zukunft ja nun öfter. Ich hätte jedenfalls nichts dagegen", so der Mittelfeldspieler, der zuletzt meist nur zweite Wahl war.

Da die Eintracht ohnehin bereits als Gruppensieger feststand, durfte beim Spiel in der ewigen Stadt auch Ersatzkeeper ​Frederik Rönnow mal wieder auf dem Rasen stehen. Dabei monierte der 26-Jährige wie viele seiner Kollegen zwar die Qualität des tiefen Platzes, dennoch zeigte es sich überglücklich. "Es war schön, wieder zu spielen und dann gleich zu gewinnen. Das ist ein tolles Gefühl", so der Däne.


Gegenüber der Hessenschau meldete sich nach der Partie auch Sportdirektor Bruno Hübner zu Wort. "Heute haben wir Geschichte geschrieben. Der Rekord war einfach eine super Leistung. Das wird jetzt immer in Verbindung mit Eintracht Frankfurt bleiben", so der euphorische Funktionär. Dabei imponierte dem 57-Jährigen, dass selbst die neu zusammengestellte Mannschaft eine derart gute Reaktion auf den Rückstand zeigen konnte. Zudem wagte der Deutsche einen Blick in Richtung K.o.-Phase und wünschte sich "einen guten Gegner, aber keine weite Reise".

Überschattet wurde der Meilenstein der Frankfurter zum Teil von Ausschreitungen vereinzelter Frankfurt-Anhänger, die Fans der Gastgeber attackiert hatten. Vorstandsmitglied Axel Hellmann verurteilte diese Randale vehement. "Es gibt eine kleine Gruppe, die dieses Spiel missbraucht hat, um eine private Auseinandersetzung mit Lazio zu führen. Der überwiegende Teil der Fans wollte das nicht, das schadet Eintracht Frankfurt und der Fanszene. Das hat mich sehr betrübt und traurig gemacht", so der 47-Jährige. 


Auch das Netz feiert die Eintracht:


Viele Experten schrieben aber auch den frenetischen Fans der Eintracht einen großen Teil des Erfolgs zu. Dabei sind die Krawallmacher wohlgemerkt nicht gemeint.

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​​Der eindeutige Matchwinner war auch für die Fans eindeutig Mijat Gacinovic.

Ein Teil der Internetgemeinde rechnete dabei vor, dass sich der Siegeszug der Frankfurter auch auf finanzieller Ebene bereits ausgezahlt hat.

Ein großes Ärgernis für viele Anhänger der Frankfurter waren die sehr strengen Einlasskontrollen am Stadion.


​​Allzu viel gebracht hatte es nicht, schließlich warfen vereinzelte Gästefans während der Partie dennoch mit Pyro und Böllern herum. 

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