Fortuna Düsseldorf ist respektabel in die Saison gestartet und hatte nach vier Spielen fünf Punkte zu verzeichnen – in Anbetracht der Tatsache, dass unter den Gegnern Teams wie RB Leipzig und Hoffenheim waren, konnte man durchaus zufrieden mit dem Auftakt in die ​Bundesligasaison sein. Doch ab der Niederlage gegen Bayer Leverkusen ging es bergab mit F95. Sechs Niederlagen in Folge, in denen das Team von Friedhelm Funkel 20 Gegentore hinnehmen musste. Zwei Hoffnungsschimmer dann im November, ein 3:1 gegen Hertha und ein beachtliches 3:3 in München, die jedoch durch zwei Niederlagen gegen Mainz und Bremen wieder zunichte gemacht wurden. Aktuell rangiert das Team mit neun Punkten auf Tabellenplatz 18. Wir betrachten die Statistiken des Teams und analysieren, wo der Schuh gegenwärtig drückt.

Spiele werde durch Tore gewonnen. Dies ist zwar eine alte Fußballerweisheit, die nichtsdestotrotz kaum etwas von ihrem Wahrheitsgehalt eingebüßt hat. F95 hat nach 14 gespielten Partien magere 14 Treffer und damit den drittschlechtesten Ligawert vorzuweisen. Nur Mainz 05 und der VfB Stuttgart haben noch weniger Tore erzielt. Betrachtet man jedoch die durchschnittliche Anzahl der Schüsse aufs Tor pro Spiel, so fällt auf, dass Düsseldorf mit acht Schüssen pro Partie Rang acht der Liga belegt und nur 0,2 Schüsse hinter dem BVB liegt (Quellen im gesamten Artikel: whoscored.com, understat.com). Insofern kann hier ein Indikator für eine unzureichende Trefferausbeute vermutet werden. 


Der xG-Wert für Fortuna, derjenige Wert also, der angibt, wie viele Tore die Mannschaft rein statistisch aus ihren Torchancen hätte erzielen müssen, liegt bei 17,6. Knapp vier Tore hätte F95 somit bei optimaler Chancenausnutzung mehr auf dem Trefferkonto haben müssen. Gepaart mit dem xGA-Wert, der bei 28 liegt und besagt, dass Düsseldorf statt der tatsächlichen 31 Gegentore nur 28 hätte hinnehmen müssen, hat Fortuna Düsseldorf laut Datenauswertung insgesamt rund vier Punkte verschenkt.


​Analysieren wird die Offensivflaute der Düsseldorf weiter, so fällt auf, dass bisher noch kein Tor nach einer Standardsituation für ​Fortuna gefallen ist. Auch hier liegt dringendes Verbesserungspotenzial vor

FC Bayern Muenchen v Fortuna Duesseldorf - Bundesliga

Dodo Lukebakio (vorne) erzielte alle drei Treffer beim 3:3 gegen den FC Bayern München

Insgesamt schlägt sich die Fortuna mit spielerischen Problemen herum. Mit lediglich durchschnittlich 318 Kurzpässen pro Spiel rangiert Düsseldorf in dieser Statistik auf Platz 17 in der Bundesliga. Somit wird deutlich, dass die spielerische Komponente im Spiel zu kurz kommt und wenig Spielfluss bzw. Offensivkombinationen aufkommen. Jedoch sollte dieser Wert nicht überinterpretiert werden, spielen beispielsweise Teams wie Frankfurt (324 Kurzpässe) und Freiburg (292 Kurzpässe) mit ebenfalls relativ wenig Kurzpässen eine bisher sehr ansprechende Hinrunde.

Es kann als Fazit festgehalten werden, dass Fortuna aktuell spielerisch sowie ergebnistechnisch in einer Krise steckt. Der Weg zum rettenden Ufer ist jedoch aktuell mit nur zwei Punkten absolut in Reichweite und sollte nicht für Unruhe in Düsseldorf sorgen. Funkel verfügt über reichlich Trainererfahrung und wird mit seinem Team an den richtigen Stellschrauben drehen, um den Klassenerhalt zu schaffen. Hilfreich kann auch die anstehende Winterpause sein, in der möglicherweise Neuzugänge die Mentalität sowie die spielerische Klasse der Mannschaft anheben können