​Der ​FC Bayern München und ​Ajax Amsterdam trennten sich am Mittwochabend mit einem 3:3-Unentschieden. In einer spektakulären und ​unterhaltsamen Begegnung drehte die Mannschaft von Cheftrainer Niko Kovac in der Schlussphase die Partie, musste allerdings kurz vor dem Abpfiff noch den Ausgleich hinnehmen. Das Remis reichte dem deutschen Rekordmeister zum Gruppensieg.


"Wir haben heute ein sensationell gutes Spiel gesehen und die Zuschauer sind auf ihre Kosten gekommen", meinte Kovac im Anschluss an die Partie am Sky-Mikro. Seine Mannschaft ging nach knapp einer Viertelstunde durch ​Robert Lewandowski nicht unverdient in Führung. Einige Minuten später hatte der Pole das 2:0 auf dem Fuß, scheiterte jedoch am Ajax-Schlussmann André Onana. "Gerade in der ersten Halbzeit haben wir unsere Chancen bekommen, da hätten wir schon das eine oder andere Tor mehr machen müssen", betonte Kapitän Manuel Neuer.

Nach rund einer Stunde nahm die Partie mächtig Fahrt auf. Dusan Tadic traf für den Gastgeber zunächst zum 1:1-Ausgleich. Wenige Minuten später flog Maximilian Wöber nach einem groben Foulspiel gegen Leon Goretzka mit glatt Rot vom Platz. In der 75. Spielminute sah Thomas Müller ebenfalls den roten Karton, nachdem er Nicolas Tagliafico mit dem Fuß hart am Kopf getroffen hatte.

Mit einem verwandelten Foulelfmeter zum 2:1 leitete Tadic eine turbulente Schlussphase ein. Jerome Boateng hatte zuvor Kasper Dolberg mit einer völlig unnötigen Grätsche im Strafraum zu Fall gebracht. Wenige Minuten später zeigte der Schiedsrichter nach einem Foulspiel an Thiago erneut auf den Punkt. Lewandowski ließ sich die Chance nicht nehmen und traf zum zwischenzeitlichen 2:2-Ausgleich.

Dem eingewechselten Kingsley Coman war es am Ende der regulären Spielzeit vorbehalten, die Partie mit einem sehenswerten Rechtsschuss zu drehen. Den Schlusspunkt setzte Tagliafico, der in der fünften Minute der Nachspielzeit zum 3:3-Endstand traf. "Das war Werbung für den Fußball", betonte Kovac, der mit dem Auftritt seiner Mannschaft zufrieden war. "Wir haben das Ziel erreicht und sind Gruppensieger." Die Meinung des 47-jährigen Übungsleiters teilten im Netz allerdings nur wenige User.



Und auch sein Sportdirektor war da etwas anderer Meinung. "Wir haben heute kein gutes Spiel gemacht. Das einzig Positive ist, dass wir Gruppenerster sind. [...] Wir hätten in der ersten Halbzeit drei, vier Chancen nutzen müssen, aber dann haben wir das Spiel komplett aus der Hand gegeben und das darf uns natürlich nicht passieren. [...] Wir können es besser", meinte ein sichtlich angefressener Hasan Salihamidzic gegenüber Sky.