​Im Januar findet in den Vereinigten Arabischen Emiraten der Asien-Cup statt. Ein Trio aus der Bundesliga wurde in den Kader Japans berufen - ​Borussia Dortmunds Shinji Kagawa gehört nicht dazu. Doch ist das wirklich so schlecht?


Genki Haraguchi und Takuma Asano von ​Hannover 96 haben es in den Kader der japanischen Nationalmannschaft zum Asien-Cup 2019 geschafft, das gleiche gilt für Yuya Osako von ​Werder Bremen. Dass Shinji Kagawa nicht dabei ist, kommt wenig überraschend. Für sportliche Schlagzeilen sorgte der 29-Jährige in der laufenden Saison nämlich nur, als er gemeinsam mit Sebastian Rode in Dortmunds U23 aushalf und beim 5:0-Sieg über Rot-Weiss Essen alle fünf Tore vorbereitete.


Positiv war die Berichterstattung allerdings nicht, vielmehr wurde der BVB im Amateurbereich hart kritisiert, derart gestandene Spieler in die Regionalliga zu schicken. Bei den Profis absolvierte Kagawa bisher lediglich 204 Pflichtspielminuten und wurde zuletzt von Lucien Favre nicht mal mehr in den Kader berufen. Auch für das Spiel in Monaco, bei dem die meisten Stammspieler geschont wurden, wurde der offensive Mittelfeldspieler nicht nominiert.

Belgium v Japan: Round of 16 - 2018 FIFA World Cup Russia

Shinji Kagawa hat 95 Länderspiele (31 Tore) für die "Samurai Blue" absolviert



Längst ist Kagawa ein klarer Wechselkandidat für den kommenden Winter. "Ich möchte schnell eine Lösung finden", erklärte er der japanischen Sportzeitung Nikkan Sports. "Eine könnte sein, den Klub und mein Umfeld zu wechseln, um wieder gefordert zu sein." Borussia Dortmund wird dem Japaner voraussichtlich keine Steine in den Weg legen. "Shinji ist ein sehr verdienter Spieler von Borussia Dortmund", sagte BVB-Sportdirektor Michael Zorc kürzlich der NRZ. "Mir ist klar, dass die aktuelle Situation für ihn unbefriedigend ist. Wir werden uns nach der Hinrunde zusammensetzen und ein vertrauensvolles Gespräch führen."


Mit dem Hintergrund von Kagawas Wechselabsichten ist es vielleicht gar nicht so schlecht, dass er beim Asien-Cup nicht dabei ist. Die Japaner starten mit dem ersten Training bereits am 26. Dezember, die Gruppenspiele finden zwischen dem 9. und 17. Januar statt. Sollte Kagawa in der Bundesliga bleiben, würde er damit wohl den Rückrundenstart (18.-20. Januar) verpassen. Falls die Mannschaft von Nationaltrainer Hajme Moriyasu weit kommt, könnten zwei weitere Spieltage hinzukommen. Ein potenzieller neuer Arbeitgeber würde dies sicher alles andere als begrüßen, dementsprechend könnte die Nicht-Nominierung auch Vorteile haben.


Wechsel nach Spanien?


Ein Nachteil allerdings: Kagawa hat noch immer hohe Ambitionen und möchte laut NRZ gerne für einen Verein mit Champions-League-Ambitionen spielen. Da wäre es natürlich besser, für die Nationalmannschaft aufzulaufen und vielleicht dort auf sich Aufmerksam zu machen. Im vergangenen Sommer wäre Kagawa bereits gerne zum FC Sevilla gewechselt, der Transfer kam letztlich aber nicht zu Stande. Die Andalusier sind derzeit Tabellenzweiter in La Liga - aber ob sie so noch Interesse haben?


Ein Engagement in Spanien steht generell noch auf Kagawas Wunschzettel: "Ich kann meine Karriere nicht beenden, ohne jemals in Spanien gespielt zu haben. Das will ich auf jeden Fall noch tun", verriet er der NRZ. Bisher gilt allerdings lediglich der VfB Stuttgart als ernsthafter Interessent. Kagawa hat im Januar nun genug Zeit, sich um einen neuen Klub zu bemühen.