Mit 35 Jahren gehört Franck Ribery zu den Auslaufmodellen beim deutschen Rekordmeister. Doch während Sportdirektor Hasan Salihamidzic Anfang der Woche davon sprach, dass zum Ende der Saison die Zeit des Franzosen beim ​FC Bayern München abgelaufen sei, widersprach Ribery seinem Chef in der Bild-Zeitung und wollte ein Ende beim Stern des Südens keinesfalls in Stein gemeißelt sehen. Eine weitere Verlängerung hätte dabei sowohl Vor-, als auch Nachteile zu bieten.


Pro:

Denn sowohl Ribery sagte im Boulevardblatt, dass er sich aktuell sehr wohl fühle und auch Salihamidzic attestierte dem Oldie, dass er aktuell noch ein Leistungsträger sei. „Ich fühle mich gut, spiele gut, habe keine Probleme. Es ist für mich wichtig, dass ich Spaß habe. Das andere ist kein Thema. Kein Stress“, so der 35-jährige Flügelspieler.


Bayerns Sportdirektor hingegen verwies auf die Worte von Präsident Uli Hoeneß. „Es ist ein Jahr der Veränderungen. Aber ich freue mich, dass Franck noch so gut spielt aktuell. Er ist einer unserer Leistungsträger.“ Sollte man Ribery darauf eichen können, in der kommenden Saison nur noch eine untergeordnete Rolle zu spielen und dass er ab sofort der Backup für Kingsley Coman ist, und nicht umgekehrt, könnte es ein entspanntes Jahr in der Altersteilzeit werden, von dem beide Seiten profitieren.


Denn der Faktor, dass sich Ribery und Coman in ihrer Heimatsprache auf französisch unterhalten können, darf nicht unterschätzt werden. So könnte Ribery den Lehrmeister für den jungen Coman geben und ihm sowohl im Training als auch im Spiel mit wertvollen Tipps zur Seite stehen. Überhaupt hat Ribery einen hohen integrativen Anteil und könnte den jungen Spielern viel mit auf den Weg geben. Und auch die stets gute Laune beim Franzosen wirkt sich positiv auf die Mannschaft aus.


Contra: 

Allerdings wird der achtmalige Meister im April auch schon 36 Jahre alt, was bei einer weiteren Saison bedeuten würde, dass die Bayern einen 37-jährigen „Flügelflitzer“ mit durch die Saison ziehen. Zudem dürfte Ribery auch noch gewisse Gehaltsvorstellungen haben, die wiederum Spielraum für neue Transfers des angekündigten Umbruchs torpedieren.


Ein weiterer Punkt wäre die Unwägbarkeit, ob Ribery wirklich bereit ist, ohne viel Aufsehen in die zweite Reihe zu wechseln und sich dieser Rolle auch zu fügen. Wer Ribery kennt, weiß, dass der Linksaußen nicht gerade ein Leisetreter im Kader der Münchner ist und auch gern eine bedeutende Rolle in eben jenem einnimmt.


Und zu guter Letzt wäre der sportliche Nutzen zu hinterfragen. Die Verletzungsanfälligkeit wird mit zunehmendem Alter nicht weniger, auch die Geschwindigkeit dürfte mit jedem weiteren Jahr leiden. Zwar ist der Franzose noch immer in der Lage, Galavorstellungen abzuliefern, aber inzwischen eben nicht mehr im Wochenrhythmus. Ebenfalls ein Umstand, den man sich als Rekordmeister mit den größten Ambitionen nicht leisten kann.


Fazit


Am Ende wird es wohl auf eine Trennung hinauslaufen - ob Ribery will oder nicht. Darauf lassen die jüngsten Aussagen der Verantwortlichen einfach schließen. Die Ära von Robbery wird dann im Sommer enden - für die Bayern auch ein Zeichen für alle, dass der Umbruch im Kader endgültig vollzogen werden muss.