​Der ​FC Schalke verabschiedet sich mit einem Last-Minute-Sieg aus der Gruppenphase der ​Champions LeagueAlessandro Schöpf sorgte im 100. Europacup-Heimspiel der Vereinsgeschichte für den Erfolg über Lokomotive Moskau. Bei den Russen stand Rückkehrer Benedikt Höwedes in der Startelf. Der Ex-Kapitän wurde vor der Partie gemeinsam mit Jefferson Farfan geehrt - und bekam nach dem Schlusspfiff einen emotionalen Abschied. Es gab aber nicht nur positives aus dem Knappen-Lager am Dienstag.


"Verdammt gut" tat der Sieg, sagte S04-Trainer Domenico Tedesco erleichtert. Gruppenplatz Zwei und das Achtelfinale war vor der Partie gegen Lok Moskau schon sicher. Das war auch gut so, Schalke war nach der Derby-Pleite sichtlich verunsichert. In der Startelf stand mit Benjamin Goller ein Stürmer aus der zweiten Mannschaft.

Dazu nahm auf der Bank U19-Angreifer Ahmed Kutucu platz. Der 18-Jährige wurde in der 72. Minute für Cedric Teuchert eingewechselt und ist damit der erste im neuen Jahrtausend geborene Schalke-Spieler mit einem Pflichtspieleinsatz für die Profis. Die Schalke-Fans haben sich den Youngster im ​90min-Voting zuvor sogar in der Startelf gewünscht.


Burgstaller fällt lange aus


Der Hauptgrund dafür: Guido Burgstaller hatte sich im Derby verletzt. Das ​Ergebnis der MRT-Untersuchung wurde heute verkündet: Der Österreicher fällt mindestens bis zum Jahresende aus, selbst der Rückrundenstart am 20. Januar gegen den VfL Wolfsburg scheint in Gefahr.


Doch der schlechten Nachrichten nicht genug, verletzte sich auch Hamza Mendyl in der ersten Halbzeit. Nach einem rüden Foul knickte der Sommer-Neuzugang um und musste ausgewechselt werden. Der Knöchel war angeschwollen, berichtete Tedesco. Ein Bänderriss muss befürchtet werden.


Höwedes wird gebührend gefeiert


Das emotionale Hauptereignis des Tages war aber mit Sicherheit die Rückkehr des Ex-Kapitäns. Benedikt Höwedes lief nach 557 Tagen mal wieder in seinem alten Wohnzimmer auf. Gemeinsam mit dem anderen ehemaligen Schalker auf Moskauer Seite, Jefferson Farfan, wurde Höwedes vor dem Spiel geehrt. ​

Nach dem Schlusspfiff wurde es noch emotionaler. "Es war schon merkwürdig in die andere Kabine reinzulaufen, nach 10 Profi-Jahren", gab der Ex-Capitano im Sky-Interview zunächst zu.

"Ich bin schon froh, dass das Spiel rum ist", so Höwedes weiter. Direkt danach ging es in die Schalke-Kurve, wo er von den Knappen-Anhängern gefeiert wurde. Wie nahe das Höwedes ging, sah man an seinen Tränen, die nun flossen. Im Namen aller Schalker: Danke Benne!

Sechs Jahre war der Weltmeister von 2014 Spielführer in Königsblau - länger als jeder andere Spieler in der Geschichte.


Randnotiz: Magath spricht über seine Zeit als Schalke-Trainer


Vor den tollen Szenen in der Veltins-Arena meldete sich ein Ex-Trainer zu Wort. ​Felix Magath rechtfertigte seine Zeit auf Schalke. Er habe die finanzielle Gesundung des Klubs eingeleitet, auch wenn es sportlich nicht wie gewünscht gelaufen sei.​


"Schalke im Herzen zu haben, ist schwierig. Weil sie mit der Arbeit, die ich geleistet habe, nicht zufrieden waren. Wir sind nicht als Freunde auseinandergegangen", meinte er weiter. Wie sehr man Königsblau im Herzen haben kann, zeigte Höwedes allerdings nur wenige Stunden später...