GELSENKIRCHEN, GERMANY - NOVEMBER 03:  Match Referee checks the VAR screen during the Bundesliga match between FC Schalke 04 and Hannover 96 at Veltins-Arena on November 3, 2018 in Gelsenkirchen, Germany.  (Photo by Lars Baron/Bongarts/Getty Images)

Bundesliga ohne Videoschiri: So sähe die Tabelle aus

Der Videoschiedsrichter (VAR) wurde nach einer Testphase im Profifußball etabliert und sorgt auch in der deutschen Bundesliga für Aufsehen. Natürlich sind nicht immer alle Trainer oder Spieler mit den Entscheidungen aus der Videozentrale in Köln einverstanden.


Die Eingriffsmöglichkeiten des VAR begrenzen sich auf die Fälle Torerzielung, Strafstoß, Rote Karte oder Spielerverwechslung. Obwohl die DFL dessen Einführung erst im März dauerhaft beschlossen hat, kommt es immer wieder zu Aufregern um die technische Unterstützung. So würde die aktuelle Bundesliga-Tabelle ohne VAR aussehen:


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1. Borussia Dortmund

Borussia Dortmund wäre nach wie vor Tabellenführer - selbst, wenn man keine Zeitlupen zur Verfügung hätte. An den Toren der Überflieger der Liga gab es so gut wie keinen Zweifel, dementsprechend wenige Eingriffe gab es aus der Zentrale in Köln. Dortmund hätte ohne VAR sogar noch einen weiteren Punkt auf dem Konto und zwei Tore mehr geschossen. Der Vorsprung auf den Tabellenzweiten aus Gladbach würde neun statt nur acht Punkte betragen.  

2. Borussia Mönchengladbach

Denn Borussia Mönchengladbach ist vollkommen unbeeinflusst, was Schiedsrichterentscheidungen aus Köln betrifft. Die Fohlen hätten ebenso 29 Punkte und ein Torverhältnis von 33:16, wenn es keinen Videobeweis gäbe. Das dürfte Gladbach gefallen, denn es ist ein Nachweis, dass man aus eigener Kraft und zurecht auf dem starken zweiten Tabellenplatz steht.  

3. FC Bayern München

Der FC Bayern München würde ohne VAR zwar keine großen Sprünge machen, aber immerhin zwei Punkte auf die Tabellenführung gut machen. Statt der aktuell 27 Zähler hätte Bayern 29 Punkte erspielt und dabei einen Treffer mehr erzielt. So wurde ein Elfmeter zurück genommen, den der Schiedsrichter fälschlicherweise gegeben hätte.

4. RB Leipzig

RB Leipzig wäre ohne VAR noch immer auf dem vierten Tabellenplatz. Außerdem hätten die Bullen ebenso wie die Bayern zwei Punkte mehr auf dem Konto und würden näher an die Tabellenspitze heranrücken. Dabei zeigt sich, dass man den Spitzenteams durchaus mal auf die Finger schauen darf: Ohne Videoüberprüfung hätten Leipzig und Bayern wohl je einen irregulären Treffer erzielt.  

5. Hertha BSC Berlin

Der erste Wechsel in der Positionierung findet auf Rang fünf statt. Hertha BSC Berlin zöge ohne VAR an den formstarken Frankfurtern vorbei und wäre ohne Videobeweis einer der großen Gewinner der Liga. Ganze drei Zähler mehr hätte die Alte Dame in der laufenden Spielzeit gemacht.

6. Eintracht Frankfurt

Auch Eintracht Frankfurt stünde ohne VAR noch besser da, als es die Realität mit Videobeweis zulässt. Allerdings wären sie Opfer der noch stärker profitierenden Berliner, weswegen die zusätzlichen zwei Zähler nicht verhindern würden, einen Platz nach hinten abzurutschen. Statt auf Platz Fünf stünde die SGE auf dem sechsten Rang, hätte aber einen Treffer mehr erzielt und gleichzeitig einen weniger kassiert.  

7. TSG 1899 Hoffenheim

Die TSG 1899 Hoffenheim wäre nach wie vor auf dem siebten Platz der Liga. Ebenso wie bei Gladbach verändert sich die Position der Mannschaft nicht, stattdessen hätte man einen Treffer mehr geschossen als auch kassiert.

8. SV Werder Bremen

Werder Bremen hätte ohne Videoschiedsrichter einen Zähler weniger erreicht und ist somit einer der Profiteure des technischen Fortschritts. Im Spiel gegen Nürnberg wurde ein Tor der Franken nach einem zuvor nicht gesehenen Abseits zurück genommen - die Partie endete dennoch 1:1-Remis. Dafür wurde ein Treffer von Yuya Osako gegen Frankfurt aberkannt. Werder-Trainer Florian Kohfeldt kritisierte trotz der Vorteile für Werder die Vorgehensweise des VAR: „Es dauert einfach zu lange.“  

9. 1. FSV Mainz 05

Der neunte Platz wird vom 1. FSV Mainz 05 besetzt, der ohne VAR also einen einstelligen Tabellenplatz inne hätte. Mit Videobeweis wurde eine Fehlentscheidung vermieden, sodass Mainz nur auf dem zehnten Platz stehen kann. Dennoch spielen die Rheinhessen eine starke Saison, die weitgehend unabhängig von der Technik ist.

10. VfL Wolfsburg

Der VfL Wolfsburg würde auf einen Platz hinter Mainz abrutschen, wenn es keine Videoassistenz gäbe. Beim VfL selbst ändert sich allerdings nichts: Es bliebe bei einem ausgeglichenen Torverhältnis von 20:20 und den auch tatsächlich erreichten 19 Punkten. Nur wegen der Konkurrenz würde Wolfsburg also einen Platz verlieren. Die Wölfe dürften dankbar sein, dass es den VAR gibt.  

11. FC Schalke 04

Neben der Hertha wäre der FC Schalke 04 klar der zweite große Gewinner ohne VAR. Die Knappen wären ohne Videobeweis auf einem komfortableren elften Platz statt des 13. Platzes der Realität. So konnten einige Fehlentscheidungen mit blau-weißer Beteiligung verhindert werden. Dabei ist Schalke auch das beste Beispiel dafür, dass das menschliche Auge selbst nach Ansicht zahlreicher Zeitlupen noch immer strittige Entscheidungen treffen kann. Schalke hadert mit am meisten mit der neuen Technik.

12. Bayer 04 Leverkusen

Bayer 04 Leverkusen müsste den Rivalen aus Gelsenkirchen den eigenen elften Platz überlassen, wenn es keinen VAR gäbe. Ohne Videobeweis wäre der Werkself im Angriff noch weniger gelungen, als es ohnehin der Fall ist. Ein Treffer weniger würde somit auch einen Verlust von zwei Punkten bedeuten. Leverkusen wird den Videoassistenten zu schätzen wissen.  

13. SC Freiburg

Der größte Gewinner der neuen Technik kommt aus dem Breisgau: Der SC Freiburg hätte ohne Videoschiedsrichter ganze vier Zähler weniger auf dem Konto und wäre den Abstiegsrängen bedrohlich nahe. Man hätte nur zwei Punkte Vorsprung auf den Relegationsplatz und muss dankbar sein, dass Köln derart häufig in den Partien der Freiburger eingriff.

14. 1. FC Nürnberg

Der 1. FC Nürnberg wäre ohne VAR auf dem vierzehnten Tabellenplatz. Tatsächlich steht der Club auf Platz 15 und ist daher einer der wenigen Verlierer des Videobeweises. Zwei Punkte mehr hätte Nürnberg gesammelt, wenn die Schiedsrichter nicht so genau hingeschaut hätten. Zwei Punkte, die im Abstiegskampf eine Rolle spielen können.  

15. FC Augsburg

Der FC Augsburg wäre ohne Videobeweis einen Rang hinter der tatsächlichen Platzierung und hätte zwei Punkte weniger erreicht. Damit wäre Augsburg punktgleich mit dem Relegationsplatz, was eine schwierige Situation wäre. Aktuell befindet man sich aber auch nur zwei Punkte vor der Abstiegszone.  

16. VfB Stuttgart

Der VfB Stuttgart könnte auch auf den Videobeweis verzichten. Zumindest was die Positionierung angeht: Die Schwaben befinden sich auf dem Relegationsplatz der Liga, ob mit oder ohne Eingriffe aus Köln. Auch die Anzahl der geschossenen Tore würde sich nicht verändern, allerdings hätte man ohne Videobeweis drei weitere Gegentreffer hinnehmen müssen. Zusammen mit Hannover wäre man die Schießbude der Liga.  

17. Hannover 96

Denn auch Hannover 96 stünde ohne VAR bei 32 Gegentoren. Dabei würde sich die Zahl der erzielten Treffer ebenso wenig erhöht wie bei den Tabellennachbarn aus Stuttgart. Die Technik kann Hannover auch nicht vor dem 17. Tabellenplatz und der akuten Abstiegsgefahr retten, obwohl sie ihnen zwei weitere Punkte beschert hat. Die Konkurrenz macht durch den VAR ebenfalls Punkte gut. Die Crux: Trotz VAR bekam 96 in Mainz einen hochumstrittenen Elfmeter gegen sich. 

18. Fortuna Düsseldorf

Ob mit oder ohne Video-Schiri ist Fortuna Düsseldorf Tabellenschlusslicht. Die 95er hätten ohne die Hilfe aus Köln sogar noch einen Punkt weniger auf dem Konto. Außerdem hätten sie zwei Tore weniger erzielt, beispielsweise hätte es gegen Werder zuletzt keinen Elfmeter gegeben. Die Fortunen sind somit einer der Gewinner der neuen Regel, auch wenn es sich nicht so anfühlen dürfte. Düsseldorf bleibt Absteigskandidat Nummer Eins - wie man es auch dreht und wendet.