Die Bundesliga befindet sich in der heißen Phase vor der Winterpause. Bereits jetzt lassen sich eindeutige Tendenzen für den weiteren Saisonverlauf feststellen. Einige Mannschaften blicken zufrieden und voller Vorfreude auf die kommenden Begegnungen bis Weihnachten. Andere wiederum versuchen Fehlentwicklungen zu korrigieren, um den Anschluss an Ihre Ansprüche nicht zu verlieren.


Wir von 90min haben uns zur Aufgabe gemacht, jedes einzelne Team auf Herz und Nieren zu prüfen und mögliche Gründe für den aktuellen Stand zu eruieren.


Heute: ​TSG 1899 Hoffenheim 


​Torhüter: 

Im Tor haben die Kraichgauer mit Oliver Baumann eine absolut zuverlässige Nummer Eins, die an guten Tagen herausragend halten kann, aber zwischendurch auch gerne mal für einen Bock gut ist. Baumann spielt bereits seit 2014 bei der TSG, wo er vom SC Freiburg hin wechselte. Vor allem aber ist der gebürtige Badener erst 28 Jahre alt, was als Schlussmann soviel heißt, dass er die besten Jahre sogar noch vor sich haben könnte. Sein Vertrag läuft aktuell noch bis 2021, Eile ist also keine geboten.

TSG 1899 Hoffenheim v FC Schalke 04 - Bundesliga

Oliver Baumann ist seit 2014 im Kraichgau und in sicherer Rückhalt


Dahinter gibt es mit dem Schweizer Gregor Kobel einen jungen Mann, der sehr viel Potenzial hat, dessen Zeit aber noch kommen wird. Der 21-Jährige durchlief sämtliche Jugendnationalmannschaften der Schweiz und hatte zuletzt neun Einsätze für die U21 der Eidgenossen. Einen Einsatz in der A-Mannschaft hatte er bis jetzt noch nicht. In der Bundesliga war er beim 3:1-Auswärtserfolg der TSG in Hannover zum ersten Mal in dieser Saison zwischen den Pfosten, auch im DFB-Pokal konnte er sich in den ersten beiden Runden auszeichnen. Zudem kam er vier mal in der Regionalliga Südwest für die zweite Mannschaft zum Einsatz.


Als dritter Keeper steht schließlich noch Alexander Stolz zur Verfügung, der sich mit 35 aber inzwischen im Herbst seiner Karriere befindet.


Abwehr:

TSG 1899 Hoffenheim v FC Schalke 04 - Bundesliga

In der Defensive hat Julian Nagelsmann enorm viel Spielraum und eine gute Mischung aus jungen und älteren Akteuren. Kevin Vogt ist der Kapitän des Teams und hält den Laden von hinten heraus zusammen. Daneben spielen erfahrene Akteure wie Benjamin Hübner, Havard Nordtveit oder Ermin Bicakcic. Die jungen Verteidiger Kevin Akpoguma, Justin Hoogma und Stefan Posch machen den Arrivierten aber immer wieder Dampf, sodass sich niemand hängen lassen kann. Geht die Rechnung auf, kann der Coach auf einen großen Pool an verschiedenen Spielertypen zurückgreifen und auf die Spielweise des Gegners entsprechend reagieren.


Braucht Nagelsmann kopfballstarke Spieler, um gegen große Stürmer entsprechend aufgestellt zu sein, dürften Spieler der Marke Hübner und Akpoguma, die beide jenseits der 1,90m sind, spielen. Kommt der Gegner mit wendigen spielstarken Angreifern, sind eher Spieler wie Kasim Adams, Justin Hoogma oder Stefan Posch in der Verlosung. Die Varianz der Hintermannschaft gibt Nagelsmann somit jede Menge Spielraum.


Mittelfeld: ​

Obwohl das Team auch in diesem Mannschaftsteil nicht nur breit, sondern vor allem auch variabel aufgestellt ist, drücken die TSG hier einige Verletzungssorgen. Zuletzt mit Dennis Geiger, Lukas Rupp und Nadiem Amiri gleich drei Spieler aus, die kreative Momente erzeugen können. So blieben nur fünf Akteure übrig, auf die Nagelsmann zurückgreifen konnte. 


Da wären in der Zentrale Florian Grillitsch und Kerem Demirbay. Vor allem Letzterer machte in der letzten Saison sehr auf sich aufmerksam, aktuell bleibt er aber noch unter seinen Möglichkeiten. Das könnte daher rühren, dass Demirbay bereits mit einer Verletzung in die Saison ging und daher noch nicht richtig in Form ist. Seit Ende September steht er allerdings wieder regelmäßig auf dem Platz und kommt inzwischen auf 14 Einsätze. Auch Leonardo Bittencourt, den man vor der Saison vom 1. FC Köln verpflichten konnte, blieb in den letzten Wochen blass, ist der Deutsch-Brasilianer sonst eher als Aktivposten bekannt. Zuletzt wurde er in der Bundesliga zweimal hintereinander nicht berücksichtigt.


TSG 1899 Hoffenheim v FC Shakhtar Donetsk - UEFA Champions League Group F

Auf den Außen hat Nagelsmann mit Neu-Nationalspieler Nico Schulz einen sehr guten Griff gemacht, der 25-Jährige wurde von Borussia Mönchengladbach verpflichtet. Aktuell zeigt Schulz starke Leistungen und dass er nicht zu Unrecht von Joachim Löw nominiert wurde. Ist Schulz als linker Verteidiger aufgeboten, spielt Steven Zuber meist vor ihm, sonst konkurrieren beide um den Platz auf der linken Außenbahn.


Angriff: ​

Auch im Sturm kann Nagelsmann auf eine Vielzahl von Akteuren zurückgreifen und verschiedene Varianten aufbieten. Insgesamt hat der TSG-Coach einen Pool aus neun Spielern zur Verfügung. Allerdings gibt es mit Ishak Belfodil, Adam Szalai und Andrej Kramaric einen ähnlichen Stürmertyp dreimal. Alle drei sind kantige Stoßstürmer, die ihren Körper geschickt einsetzen.


Wie wichtig es ist, dort variabel zu sein, beweist die Personalie Reiss Nelson. Der erst 19-jährige Brite, der vor der Saison aus der U23 von Arsenal London ausgeliehen wurde, kommt eher über die Außen und reißt damit immer wieder Lücken, oder kommt mit viel Tempo ins Zentrum, wo er die gegnerischen Abwehrreihen vor große Probleme stellt. So kommt der Youngster in zehn Bundesliga-Einsätzen bereits auf sechs Tore und einen Assist.

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Reiss Nelson (mitte) stellt die gegnerischen Abwerreihen immer wieder vor Probleme


Auch der Brasilianer Joelinton, der aus Wien von der Rapid nach erfolgreicher Leihe zurückkehrte, ist eher der spielende Stürmer. Auch er war in vierzehn Auftritten bereits viermal selbst erfolgreich und bereitete fünf weitere Treffer vor. Mit Robin Hack und dem aktuell verletzten David Otto gibt es noch zwei Eigengewächse, die aber aktuell eine eher untergeordnete Rolle spielen.