Das 1:2 im Revier-Derby gegen Borussia Dortmund war für den ​​FC Schalke 04 bereits der nächste Dämpfer. Nach der Partie äußerten die Fans ihren Unmut und kritisierten vor allem die Spielweise der Mannschaft, stellten sich allerdings trotzdem hinter den Trainer. 


Der Abstiegskampf ist für Schalke im vollen Gange. Die Vizemeisterschaft aus dem letzten Jahr entwickelt sich allmählich zum Fluch für die Mannschaft - so, wie es Ex-Spieler Mike Büskens bereits befürchtet hat: "Dann gehen die Erwartungen in die Höhe", sagte der 50-Jährige bei 'Wontorra - der Fußball-Talk'. 

​​Es fehle "der Grip, die Entschlossenheit, die Aggressivität", zudem habe das tabellarische Abschneiden das vergangene Jahr ein wenig geschönigt. "Du warst ja auch im letzten Jahr selten in der Lage, Spiele zu drehen und zu biegen. Du hast im letzten Jahr davon gelebt, dass du sehr kompakt warst, dass du den Gegner hast kommen lassen. Dann ging es über einzelne Umschaltmomente und Standards." Nun allerdings gehe man oftmals "fahrlässig" um, wie beispielsweise beim gestrigen 1:0-Führungstor durch Thomas Delaney.


Vor allem aber kritisierte Büskens die Mannschaft: "Domenico (Tedesco, Trainer des FC Schalke, Anm. d. Red.) ist absolut besessen, 24/7 denkt er nur an den Verein, an die Mannschaft. Da fordere ich auch bei der Mannschaft ein, die Verantwortung zu übernehmen."

Die Fans sehen allerdings auch beim Trainer die Schuld: So hieß es am Morgen im Netz, Tedesco wirke mit der aktuellen Situation überfordert, was sich an der extremen Rotation und Entscheidungen, mit einer Spitze bestehend aus Hamza Mendyl und Weston McKennie aufzulaufen, verdeutliche. In der Offensive sei man bereits seit Monaten ideenlos, von Kreativität fehle jede Spur. Dies unterstrich einmal mehr die mangelnde Anzahl an Abschlüssen gegen die Dortmunder, die größtenteils keine Probleme damit hatten, die Angriffe des Gegners zu unterbinden.

Ein weiterer Kritikpunkt: Gerade auf den Außenbahnen gebe es zu wenig Tempo. Zudem hat Tedesco keine wirkliche Alternative zu Daniel Caligiuri zur Verfügung, der dadurch noch unersetzlicher wird als ohnehin schon. 

​​Die Kritik ist eindeutig: Besonders im offensiven Bereich müssen sich einige Dinge ändern. Dies spiegelt sich auch in der Anzahl der erzielten Tore wider: Mit 15 Treffern zählt Schalke zu den harmlosesten Teams der Liga, nur der 1. FC Nürnberg, Fortuna Düsseldorf (beide 14), Mainz 05 (12) und der VfB Stuttgart (9) haben noch weniger Tore erzielt.


Von Unruhe oder Unmut ist allerdings keine Spur. Die Fans, das wird deutlich, stehen noch immer voll und ganz hinter dem Verein. Deutliche Kritik wie diese ist in solch einer Situation allerdings auch gefragt - speziell nach dem, was noch vor einem Jahr passiert ist.