​Laut der Aussagen von Ralf Rangnick wird ​RB Leipzig im Winter nicht alle Hebel in Bewegung setzen, um Ademola Lookman vom FC Everton zurück in die Bundesliga zu holen. Man hätte ihn bei Leipzig gerne zurück, aber ein Transfer sei unwahrscheinlich, sagte Rangnick gegenüber Bild.


RB Leipzig zählt eindeutig zu den finanzstärkeren Klubs in Deutschland. Und dennoch können sich auch die Bullen nicht jeden verfrühten Weihnachtswunsch erfüllen, den man sich auf die Wunschliste geschrieben hat. ​So sieht es um die Personalie Ademola Lookman eher düster aus, was eine erneute Verpflichtung betrifft. Der 21-Jährige stand in der vergangenen Rückrunde als Leihspieler unter Vertrag und wurde von Fans und Verantwortlichen gleichermaßen ins Herz geschlossen.


Trotz (fast) aller Bemühungen, das vielversprechende Talent zu halten, kehrte er schließlich zum FC Everton zurück und hinterließ somit ein Loch im Kader. Nun hoffte man bei Leipzig darauf, einen Stein im Brett zu haben und den englischen U21-Nationalspieler zurückholen zu können. Vor allem, da er nicht auf die Einsatzzeiten kommt, die er wohl in Diensten RBs bekommen würde.


In der Rückrunde 2017/18 lief Lookman elf Mal für Leipzig auf und kam auf neun Torbeteiligungen. Rangnick sagte im August auf einer Pressekonferenz noch: „Wir wollen ihn – und er will auch zu uns.“ Mittlerweile hat sich der Ton deutlich geändert: „Ich halte es für sehr unwahrscheinlich, dass es jetzt in der Winterpause zu einigermaßen für uns darstellbaren Bedingungen realisierbar ist. Ich glaube nicht, dass Everton ihn abgibt“, ruderte Rangnick jetzt in der Bild zurück.


Der FC Everton ist Tabellensiebter der Premier League und hat eine breite Offensivabteilung. Lookman muss sich zumeist hinten anstellen, doch zuletzt gab er gegen Newcastle United sogar sein Startelfdebüt für die Engländer. Wenn sich seine Einsatzminuten häufen, gehen Leipzig ohnehin die Argumente aus.

Borussia Moenchengladbach v RB Leipzig - Bundesliga

Ademola Lookman (Mi.) war bei RB Leipzig Teil einer berauschenden Offensive


​Dabei könnte man den torgefährlichen Linksaußen in Sachsen gut gebrauchen. Timo Werner hatte ein kleines Formtief, welches die gesamte Mannschaft beeinflusste. Lookman würde eine weitere Waffe auf dem Weg nach Europa darstellen, die sich in den modernen Strukturen des Vereins schon bewährt hat.


Leipzig soll dem FC Everton bis zu 28 Millionen Euro geboten haben, um auf den Stürmer zu verzichten, doch den Toffees war er mehr wert. Die Schmerzgrenze wurde zumindest nicht erreicht und Leipzig schien nicht bereit, mehr Geld in die Hand zu nehmen. Das geht auch mit Rangnicks jüngsten Aussagen einher. Der Trainer sieht keinen dringenden Handlungsbedarf über die geplanten Transfers hinaus. Allerdings ist man sich wohl uneinig, was die Strategie betrifft. Denn trotz der zurückhaltenden Aussagen Rangnicks bläst Aufsichtsratschef Oliver Mintzlaff zum Angriff: „​Im Winter werden wir [,,,] uns definitiv verstärken. Wir sind handlungsfähig.“ RB hat die Ressourcen.


Damit ist wohl nicht zwingend Lookman gemeint. Es bleibt aber abzuwarten, wie sehr sich Leipzig auf dem Markt umsehen wird. In jedem Fall ist die Verpflichtung von Tyler Adams bereits beschlossen. Ein potentieller -kostengünstigerer- Kandidat für Leipzig ist außerdem Amadou Haidara vom Schwesterverein Red Bull Salzburg. Für Lookman wäre man wohl bereit, tief in die Tasche zu greifen, aber nicht, sich in Unkosten zu stürzen.