Trainer Andre Breitenreiter darf bei ​Hannover 96 voraussichtlich mindestens noch eine weitere Woche weitermachen. Obwohl die Niedersachsen auf den 17. Platz abgerutscht sind, sieht Präsident Martin Kind keinen Handlungsbedarf. 


Abstiegsgefährdete Mannschaften stehen selten positiv in den Schlagzeilen. Häufig geraten zuallererst die ​Trainer unter Druck. Bei Hannover 96 im Herbst 2018 ist das nicht anders. Präsident Martin Kind hält trotzdem zu seinem Trainer. "André Breitenreiter ist auch bei einer Niederlage in Mainz weiter Trainer von Hannover 96", sagte Kind gegenüber Sport Bild, gleichzeitig nahm er den 46-Jährigen aber in die Pflicht: "Diese Woche muss aber genutzt werden, um viele Schwächen abzustellen."


Wie viel Kredit Breitenreiter noch hat, sagte Kind aber nicht. Darüber hinaus wies er auch auf die schwierigen Umstände hin: „Wenn man die Zusammenstellung der Mannschaft sieht, wäre es für jeden anderen Trainer auch nicht ganz stressfrei.“


Die Jobgarantie für Breitenreiter zeugt vom Vertrauen und der Loyalität, die die Führungsetage dem Aufstiegshelden von 2017 entgegenbringt. Zwar hatte die Mannschaft auch in der Rückrunde der vergangenen Saison zu kämpfen (16 Punkte), nach 34 Runden lag sie jedoch auf einem ungefährdeten 13. Platz. 


Doch die zweite Saison in der Bundesliga erweist sich wieder einmal als schwierigere. Anhänger von Darmstadt 98 oder dem FC Ingolstadt wissen, wovon die Rede ist. 2016 hielten beide sich als Aufsteiger in der Bundesliga, ein Jahr später mussten sie der fehlenden Qualität Tribut zollen. Auch der VfB Stuttgart, der wie Hannover vor eineinhalb Jahren ins Oberhaus zurückkehrte, steckt aktuell im Abstiegskampf. Der Trainerwechsel hin zu Markus Weinzierl hat bis jetzt kaum Effekt gezeigt. 

Machbares Restprogramm


Das Restprogramm von Hannover 96 zum Ende der Hinrunde ist nicht nur extrem wichtig, es erscheint auch machbar. Am Sonntag tritt man ​beim Tabellenzehnten Mainz 05 an, dann folgt ein Heimspiel gegen den FC Bayern München (4. Platz). Die Rückrunde findet seinen Abschluss in Freiburg (13. Platz) und gegen Düsseldorf (17. Platz) im Laufe einer englischen Woche. Wochen der Wahrheit für den Klub und für Übungsleiter Andre Breitenreiter. 


Allerdings sind die Spieler verunsichert, die Leistung gegen Hertha BSC bietet wenig Grund zur Hoffnung. Irgendwann reicht es nicht mehr, sich auf das Berichten zufolge positive Mannschaftsklima zu berufen. Bald müssen Ergebnisse her.