Bislang hat sich die Mega-Ablöse noch nicht ausgezahlt: Ousmane Dembele macht beim ​FC Barcelona mehr abseits des Platzes von sich reden. Ein Verkauf - vielleicht sogar schon im Winter - scheint deshalb denkbar. Barca bräuchte dann natürlich Ersatz und hat dabei den nächsten ​BVB-Shootingstar im Visier. Die Blaugrana-Scouts sollen demnach Jadon Sancho intensiv begutachten.


Für vergleichsweise läppische 7,8 Millionen Euro verpflichtete Borussia Dortmund im Sommer vergangenen Jahres den damaligen englischen U18-Nationalspieler Jadon Sancho von ​Manchester City. Angesichts der hochkarätigen Konkurrenz in der Offensive der Skyblues sah der Youngster keine Pers​pektive mehr im Kader von Pep Guardiola und folgte dem Lockruf aus dem Kohlenpott. Seitdem sind seine regelmäßig guten bis sehr guten Leistungen auch den europäischen Topklubs nicht verborgen geblieben - einer klopft wohl demnächst bei Aki Watzke an.


2017? Da war doch was...ja genau. Es war just in jenem Sommer, in dem sich nach monatelangem Hickhack, nach unschönen Aktionen - wie über Tage von der Bühne zu verschwinden, wiederholten Verspätungen zu Trainingseinheiten oder Mannschaftsbesprechungen - der damals 20-jährige Franzose Ousmane Dembele von Borussia Dortmund weg- und zu seinem Traumklub, dem FC Barcelona, hinstreikte. Der Rest ist bekannt: Borussia nahm die ​Rekordtransfersumme seiner Vereinshistorie ein, der Spieler war in seinem Paradies angekommen und Barca schien eines der Puzzleteile gefunden zu haben, um den Abgang von Neymar kompensieren zu können.

FC Barcelona v Villarreal CF - La Liga

Trotz einiger Treffer zuletzt: Ousmane Dembele ist bei Barca weiter umstritten


Doch mittlerweile ist Ernüchterung in Katalonien eingekehrt: Keine spektakulären Flügellaufe, keine mitreißenden Soli, keine Tore des Monats - wenn er denn überhaupt spielte, lieferte Dembele, für seine Maßstäbe, nur Mittelmaß ab. Was seinen Kollegen (unter anderem Pique und Suarez) besonders übel aufstieß, waren im Grunde genommen die selben Dinge, mit denen sich der Franzose schon zu seiner Borussia-Zeit mehr Feinde als Freunde geschaffen hatte.


Und so ist man denn froh am Borsigplatz, dass man diese Personalie hinter sich gelassen hat und mit Jadon Sancho ein Mega-Talent in den Signal Iduna Park lotsen konnte, der bislang nicht ein Anzeichen von Starallüren oder Großmannsgehabe gegeben hat. Aber wie das so ist: Gute Leistungen rufen die Konkurrenten auf den Plan. Und Sancho liefert gute Leistungen. Oder sehr gute. Und das Woche für Woche. 


Jetzt soll sich nach Informationen der Mundo Deportivo und Don Balon der FC Barcelona als Interessent für Sancho positioniert haben. Ja, genau, ausgerechnet der Klub, der bereits Dembele aus dem Revierpott holte. Das Gedankenspiel an sich macht Sinn: Sancho verbindet eine Schnelligkeit, die der Dembeles in nichts nachsteht, mit Spielwitz und jugendlicher Unbekümmertheit. Und Geld war für die Katalanen ja noch nie ein Problem. Doch ist auch klar: erstmal muss ein Käufer für den französischen Weltmeister gefunden werden. Und zwar ein Käufer, der annähernd die 104 Millionen auf den Tisch legt, welche die Spanier vor Jahresfrist an den BVB zahlten. Sollte dies gelingen, und angesichts der Phantastillionen, die in der Premier League umgesetzt werden, ist eigentlich nicht wirklich daran zu zweifeln, steht der Borussia ein erneutes Geschacher um eines der heißesten Talente des Weltfußballs bevor. Der Poker ist wohl schon eröffnet...