Der Stimmungsboykott in den Stadien zum Thema Montagsspiele in den Profiligen hat seine Wirkung nicht verfehlt. Nicht nur den Reportern und Kommentatoren der Spiele rund um den 13. Bundesligaspieltag war aufgefallen, dass die Stimmung eher mau war, auch die Solidarität mit den übrigen Fußballfans war den Stadiongängern gewiss. Eine Aktion, die nachhaltig zeigt, welche Macht die Anhänger doch haben können.


Schon vor wenigen Tagen erklärten die Klubvertreter, dass man in ​Zukunft von den Montagsspielen in der Bundesliga absehen werde. Damit haben die Fans, die mit ihren Protesten gegen Montagsspielen immer wieder mobil machten, einen Teilerfolg errungen. Weil aber sowohl in der zweiten, als auch in der dritten Liga nach wie vor am Montagabend gespielt wird, war es den Anhängern doch ein Bedürfnis, sich auch mit den unterklassigen Vereinen zu solidarisieren.

So wurde, trotz der Ankündigung, ab der Saison 2021/22 von den Montagsspielen in der Bundesliga wieder abzusehen, am Wochenende in den Stadien landauf landab protestiert, gestreikt und ein Stimmungsboykott durchgeführt. So mancher Kommentator kam nicht umhin festzustellen, dass die Stimmung „komisch“ sei und das Fehlen der akustischen Unterstützung durchaus ein Punkt ist, den man nicht ignorieren könne.


Es gab jedoch auch die andere Seite. So kritisierte Formel-1-Kommentator Heiko Wasser die Aktion der Fans und wurde dafür prompt mit einem Shitstorm bedacht. „Fans, die ins Stadion gehen und dann 45 Minuten Ihre Mannschaft 'anschweigen', statt sie anzufeuern, sind für mich KEINE Fans“, wird Wasser von Der Westen zitiert. Eine Aussage, die bei den Anhängern nicht gut ankam und für die sich Wasser auch einiges anhören durfte.


Letztlich zeigt der Beschluss der Klubvertreter vor knapp zwei Wochen, dass die Fans durchaus die Möglichkeit haben, Dinge auch zu ihren Gunsten zu bewegen, dass Fanproteste etwas bringen können und das die Stimme der Stadiongänger durchaus noch Gewicht hat. Bei den vielen weiteren Themen, wie Auf- und Abstiegsregelungen, Relegation, Aufstockung von Großturnieren etc. wird sich zeigen, wann es erneut zum Kräftemessen zwischen den Fans und den Verbänden kommt. ​Themen, gegen die es sich lohnt zu protestieren, gibt es schließlich noch genug.